
„Wer Vertrauen spürt, gibt es zurück“
Interview mit Kirsten Heinrichs, Chief Human Resources Officer
Warum ist die dpa ein guter Arbeitgeber?
Das Fundament der dpa besteht aus Unabhängigkeit, Verlässlichkeit und journalistischer Integrität. Das prägt sowohl unsere Produkte als auch unsere Unternehmenskultur. Wer bei der dpa arbeitet, weiß, wofür sie oder er einsteht. Dieses gemeinsame Selbstverständnis schafft eine Sinnhaftigkeit im Arbeitsalltag, die ich für einen der wichtigsten Faktoren guter Arbeitgeberqualität halte.
Wie fördert die dpa bestimmte Beschäftigtengruppen? Zum Beispiel junge Menschen oder auch Führungskräfte?
Wir investieren gezielt in Menschen an unterschiedlichen Stationen ihrer Karriere. Das beginnt mit qualifizierten Ausbildungsplätzen, Volontariatsprogrammen, die wirklich tragen, und Entwicklungsperspektiven, die über den ersten Berufseinstieg hinausgehen. Wir wollen nicht nur ausbilden, wir wollen begeistern. Bei Führungskräften setzen wir auf gezielte Entwicklungsprogramme, die Leadership nicht als Selbstzweck verstehen, sondern als Dienst am Team. Insgesamt orientieren wir uns konsequent an unserem Nachhaltigkeitsverständnis: Lebenslanges Lernen ist eine Grundüberzeugung, die wir strukturell verankern.
Was war für deinen Bereich im vergangenen Jahr das Highlight im Hinblick auf den Nachhaltigkeitsaspekt „People“?
Das Highlight war für mich, dass wir den Bereich People erstmals wirklich in seiner ganzen Breite im Nachhaltigkeitsbericht sichtbar gemacht haben – mit konkreten Daten, mit Zielen, mit Rechenschaft. Das ist ein wichtiger Schritt: Wir machen uns messbar. Wir liefern keine schönen Worte, sondern Fakten. Inhaltlich freue ich mich besonders über die Fortschritte bei der Vertiefung unserer Angebote rund um Gesundheit und Wohlergehen am Arbeitsplatz. Das zahlt jeden Tag direkt auf das Erleben der Menschen ein. Und das ist letztlich der Maßstab, an dem wir uns messen lassen sollten.
Wie blickst du auf das aktuelle Geschlechterverhältnis bei der dpa? Der Frauenanteil insgesamt beträgt 46 Prozent, in der Führungsebene 38 Prozent.
46 Prozent Frauenanteil insgesamt ist eine starke Ausgangsbasis und zeigt, dass die dpa als Arbeitgeber für Frauen attraktiv ist. Auf der Führungsebene sind wir mit 38 Prozent auf einem guten Weg. Gleichzeitig wollen wir Führung bei der dpa zu gleichen Teilen gestalten. Das ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch der Qualität. Diverse Führungsteams treffen bessere Entscheidungen. Das ist belegt.
Die Fluktuationsrate 2025 war deutlich niedriger als im Vorjahr. Worauf führst du das zurück?
Eine niedrige Fluktuationsrate ist das Ergebnis von Arbeit, die über Jahre geleistet wurde: in der Kultur, in der Führungsqualität, in der Entwicklung von Angeboten, die Menschen wirklich ansprechen. Ich glaube, dass viele Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Jahren erlebt haben, dass die dpa in unsicheren Zeiten ein stabiler, verlässlicher Arbeitgeber ist. Das schafft Bindung. Gleichzeitig haben wir in New Work investiert, also in Flexibilität und Selbstbestimmung im Arbeitsalltag. Wer Vertrauen spürt, gibt es zurück, auch in Form von Loyalität gegenüber dem Unternehmen.
Die dpa ist ein Ausbildungsbetrieb. Die meisten Volontärinnen und Volontäre bleiben bei der dpa. Wieso ist das so?
Weil wir es ernst meinen. Ein Volontariat bei der dpa ist keine Durchlaufstation, sondern ein echter Einstieg in eine journalistische Heimat. Wir begleiten unsere Volontärinnen und Volontäre eng, fordern sie heraus, geben ihnen Verantwortung – und machen gleichzeitig deutlich: Ihr gehört dazu. Wenn junge Kolleginnen und Kollegen merken, dass ihre Arbeit zählt, dass sie wahrgenommen werden, dass die dpa ein Ort ist, an dem sie wachsen können, dann wollen sie bleiben. Wir tun viel dafür, dass dieses Erleben keine Ausnahme, sondern die Regel ist.
An welchen Themen arbeitet dein HR-Team derzeit? Wo können wir noch besser werden für die Beschäftigten?
Zum einen treiben wir die Weiterentwicklung unserer Angebote im Bereich Gesundheit und mentales Wohlergehen voran. Zum anderen arbeiten wir intensiv daran, unsere Personalentwicklungsprogramme noch stärker an den individuellen Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Weg von der Gießkanne, hin zu echten Entwicklungsgesprächen und maßgeschneiderten Angeboten. Und dann ist da noch das große Thema Künstliche Intelligenz: Wie verändern sich Berufsbilder? Wie bereiten wir unsere Kolleginnen und Kollegen auf neue Anforderungen vor – nicht als Bedrohung, sondern als Chance? Das beschäftigt uns täglich, und es ist eine der spannendsten Aufgaben, die ich in meiner Arbeit kenne.
Wo können wir besser werden? Überall dort, wo Menschen das Gefühl haben, dass ihre Stimme nicht gehört wird. Daran arbeiten wir – mit noch mehr Dialog, mehr Transparenz, mit echtem Interesse. Denn am Ende sind es die Menschen, die die dpa ausmachen.

