2.

Die neue Welt: „dpa-iq“ 
(eigene Daten + dpa = Weltwissen) 

Wir sind uns alle einig: Künstliche Intelligenz bietet enorme Chancen. Sie verändert, wie Informationen entstehen, verarbeitet und genutzt werden. Kaum ein Thema beschäftigt Redaktionen, Medienhäuser und Kommunikationsabteilungen derzeit stärker – und natürlich auch uns bei der dpa. Denn wenn sich die Art verändert, wie Menschen Informationen suchen und konsumieren, verändert sich auch die Rolle der­jenigen, die sie bereitstellen.

Die Idee hinter dpa-iq liegt auf der Hand – und ist doch alles andere als einfach umzusetzen: Wir wollen das gesammelte, geprüfte Wissen der dpa für die Welt der KI nutzbar machen. Also jenes Weltwissen, das unsere Redakteurinnen und Redakteure tagtäglich aufbauen – sorgfältig verifiziert, inhaltlich strukturiert und journalistisch sauber. Dieses Wissen soll künftig KI-Agenten und automa­tisierten Systemen zur Verfügung stehen, damit sie auf verlässliche, geprüfte Informationen zugreifen können. Ziel ist es, die Qualität von KI-Ergebnissen zu erhöhen und gleichzeitig unsere Kunden dabei 
zu unterstützen, die neuen Technologien sinnvoll in ihre eigenen Abläufe zu integrieren.

Wie das konkret aussieht? Ganz einfach: dpa-iq wird in die digitalen Angebote unserer Kunden ein­gebaut. Deren Nutzer können über dpa-iq gezielt An­­­fragen stellen – zu aktuellen Themen, Ereignissen, Hin­­ter­­gründen oder passenden Bildern. Die Plattform ver­arbeitet diese Anfrage, durchsucht die dpa-Inhalte und liefert in Sekunden strukturierte, nutzbare Ergebnisse zurück. Diese lassen sich direkt in redaktionelle Systeme, Newsroom-Prozesse oder Kommunikations-Workflows einbinden. So entsteht ein intelligenter Begleiter im Alltag, der Fakten liefert, Zusammenhänge sichtbar macht und Routinearbeit erleichtert – ohne den journalistischen Anspruch aus den Augen zu verlieren.

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Besonders spannend ist, dass dpa-iq nicht nur mit dpa-Material arbeitet. Über das Prinzip „Bring Your Own Content“ können Medienhäuser auch ihre eigenen Texte, Bilder oder Daten in die Plattform einspielen. dpa-iq verknüpft diese Inhalte mit dem dpa-Wissen, erkennt Bezüge und liefert neue Perspektiven. Dadurch werden sowohl die eigenen Datenbestände als auch das Agenturwissen noch wertvoller – und die KI-gestützte Arbeit wird individueller und präziser.

Die Umsetzung erfolgt – ganz im Sinne der dpa – partnerschaftlich. Schon früh haben wir unsere Entwicklungswerkstatt geöffnet, um gemeinsam mit unseren Kunden an dpa-iq zu arbeiten. Wir wollen verstehen, welche konkreten Anforderungen und Anwendungsfälle in Redaktionen und Kommunikationsabteilungen bestehen – und wie unsere Lösungen dort echten Nutzen stiften können. Diese enge Zusammenarbeit ist kein formaler Prozess, sondern Teil unserer DNA: Wir entwickeln Infrastruktur für unsere Kunden, aber gerne immer im Sinne von Co-Creation mit ihnen. Falls noch nicht geschehen, lassen Sie uns gerne zu dpa-iq ins Gespräch kommen.

3.

Alte Welt wird neue Welt: die neue Plattformgeneration dpa-News Hub

www.dpa-news.com war vor etwa 15 Jahren der Beweis eines grundlegenden Wandels der dpa. Nicht nur war praktisch das gesamte Nachrichtenangebot von dpa nun digital verfügbar. Die neue Kommentarfunktion unter jeder Meldung sagte: „Redet mit uns – wir sind offen für Anregungen, Kritik und vor allem Dialog im Tagesgeschäft.“ Die Strategie für eine auf enge Zusammenarbeit im journalistischen Alltag ausgerichtete dpa war nun in Software gegossen. Das seither vergangene Jahrzehnt ist in der aktuellen Transformation eine Ewigkeit. Zeit, dpa-News von der alten in die neue Welt zu führen. 2025 wurde der dpa-News Hub aus der Taufe gehoben.

Vom Start der Entwicklungen war klar, dass Nachrichten und Dialog auch die tragenden Säulen der neuen Plattform sein würden.

Radikale Veränderungen unter der Motorhaube

  • Was heute an Funktionen im dpa-News Hub zur Verfügung steht, beruht auf großen Systementwicklungen, die in den letzten Jahren in der dpa stattgefunden haben. Wesentliche Bausteine sind die neue, auf Inhalte-Werteinheiten aufgebaute Datenarchitektur, ein neues Bereitstellungssystem und das seit 2025 breit im Einsatz befindliche Redaktionssystem RUBIX.

  • Mit RUBIX wird multimedial produziert. Das heißt, dass Texte, Bilder, Videos, Grafiken und Audios zu multimedialen Storys verknüpft werden. Dazu müssen die Systeme wissen, welche Elemente zusammengehören. Dies war in der alten dpa-News-Plattform nicht gegeben. Auf dem dpa-News Hub können die multimedialen Storys automatisch angezeigt werden. Unsere Kundenredaktionen erhalten nun einen unmittelbaren und damit Zeit sparenden Überblick, wie dpa-Meldungen in den eigenen Plattformen multimedial dar­gestellt werden können.

  • Gleichzeitig bietet die über mehrere Jahre entwickelte Bereitstellungsschnittstelle „Digital Wires“ ungleich höhere Flexibilität in der Darstellung.

  • Mit der Anbindung der entsprechenden Systeme stehen nun auch Videos und Audios in der Plattform zur Verfügung.

Dialog und Individualisierung

  • Die erfolgreiche Kommentarfunktion ist im neuen dpa-News-Hub prominent zum „Messenger“ ausgebaut. Hier findet täglich reger Dialog zum Nachrichtenangebot der dpa statt. Auf dieser Basis passen wir unser Nachrichtenangebot auch tagsüber kurzfristig dem Bedarf unserer Kunden an.

  • Die bewährte CVD-Ansicht gibt es weiterhin – 
quasi als „Lagerfeuer“ der prominentesten ­Meldungen des Tages.

  • Die nach den Statistiken der ersten Monate meistgenutzte Funktion ist allerdings „MyDesk“: Jeder Nutzer kann sich eine individuelle Nachrichtenseite zusammenstellen.

dpa-Recherche – Künstliche Intelligenz im 
Tagesbetrieb

Der dpa-News Hub ist das erste breitflächig ein­gesetzte dpa-Produkt, bei dem künstliche Intelligenz prominent zur Anwendung kommt. Bereits im Früh­jahr 2025 konnten wir dem Markt unter dpa-­Recherche KI-Funktionen auf der Plattform präsentieren, die unseren Nutzern das umfassende Angebot an dpa-Informationen in bisher nicht gekannter Weise erschließen. Natürlichsprachige Anfragen führen zu KI-generierten Zusammenfassungen, die das gesamte Nachrichtenangebot der dpa nutzen. Bei jeder Teilantwort wird transparent auf die Ausgangsdokumente verwiesen, sodass die Her­leitung jederzeit überprüft werden kann.

Mit dpa-Recherche ist es gelungen, frühzeitig Erfahrung mit dem Einsatz von KI zu sammeln und gleichzeitig ein Statement zu setzen: dpa ist hands-on und umsetzungsstark. Gerade im Bereich KI. Um rasch auf dem Markt zu sein, haben wir die Technik und Prozesse des US-Unternehmens you.com eingesetzt, das vom deutschen KI-Pionier Richard Socher gegründet wurde. Der aktuelle Stand ist jedoch bestenfalls eine Momentaufnahme. Unsere KI-Teams arbeiten bereits an der nächsten Stufe zur Verbesserung des Rechercheerlebnisses.

Transformation besteht oft darin, bewährte Erfolgselemente durch Anwendung innovativer Technologien und Verfahren völlig neu erlebbar zu machen. Der dpa-News Hub ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel.

4.

Der Antrieb: dpa als adaptive Organisation

Ein erfolgreiches Unternehmen ist das Ergebnis seiner Fähigkeit, sich an die Veränderungen seiner Umwelt anzupassen. Für die dpa sind solche Einflussfaktoren nicht nur wie oben erwähnt der Wandel in Technologie und Nutzerverhalten. Unser Selbstverständnis sieht die dpa als Unterstützer unserer Kunden in deren eigener Transformation. Daher haben Bedürfnisse unserer Kunden vordringlichen Einfluss auf unsere Strategie. Diese sehen je nach Kundensegment recht unterschiedlich aus. Effizienzgewinn und Kostensenkung sind Treiber, die auch 2025 dominant waren. Gleichzeitig spüren wir einen hohen Bedarf nach Formaten, die unsere Kunden auch außerhalb der klassischen Legacy-­Media-Formate erfolgreich machen. Dazu gibt es intensive Nachfrage nach Dia­log­formaten und Trainings. Dabei wird es nicht bleiben. Bedürfnisse und Prioritäten werden sich weiterentwickeln – und damit die Anforderungen an die dpa. Um das alles zu leisten und erstklassigen Kundennutzen in jeder Lage zu bieten, muss die dpa zu einer adaptiven Organisation werden. Adaptiv be­deutet, Ressourcen und Prozesse so zu steuern, dass sie sich der jeweiligen Bedarfslage anpassen können  – möglichst schnell und möglichst ressourcenschonend.

Wie werden wir nun zu einer adaptiven Organisation? Zunächst einmal, indem wir unser Mindset darauf aus­richten. Um das Prinzip adaptive Organisation 
zu leben, müssen wir unsere Fähigkeiten stärken, Vor­haben mit den minimal möglichen Ressourcen 
in der kürzesten Zeit umzusetzen. Egal ob es sich um ein Kundenprojekt, eine Produktentwicklung, die Einführung eines neuen Prozesses oder die Änderung einer Struktur handelt.

Wir haben 2025 drei Prinzipien plus eine Meta-Regel entwickelt, um zu einer wirklichen adaptiven Orga­nisation zu werden. Damit das gesamte Team diese schnell und wirksam verinnerlicht, haben wir uns auf drei Regeln beschränkt:

  • Prinzip 1 – kürzeste Zeit: Wir richten unser Handeln danach aus, Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit zu erzielen. Anstatt Themen allumfassend theoretisch zu durchdenken, werden Aktivitäten zeitnah gestartet und im Zweifel schnell Erfahrungen gesammelt. Durch die gezielte Nutzung von Timeboxing (Festlegung eines festen Zeitraums, 
in dem bestimmte Ergebnisse erreicht werden sollen) wird maximale Beschleunigung erzielt.

  • Prinzip 2 – einfachste wirksame Lösung: Bei allen unseren Vorhaben achten wir darauf, die einfachste Lösung zu finden, die funktioniert. Im ersten Schritt prüfen wir, ob Dinge (Produkte, Prozesse, Lösungen) funktionieren, dann kümmern wir uns darum, sie effizient zu machen.

  • Prinzip 3 – effektivstes Team: Wir nominieren bewusst nur Teammitglieder, die einen wesentlichen Ergebnisbeitrag im jeweiligen Vorhaben leisten können.

Dazu kommt das Meta-Prinzip „Lernende Organisation“: Bei allem, was wir tun, lernen wir kontinuierlich dazu und hinterfragen, was wir anders und besser machen können.

Diese Annäherung an die adaptive Organisation scheint vielleicht auf den ersten Blick unterkomplex. Aber abgesehen davon, dass hinter jedem Prinzip durchdachte und ausformulierte Ausführungsregeln stehen, schöpft dieser Ansatz seine Kraft aus einem geteilten Verständnis quer durchs Unternehmen.

2026 steht im Zeichen des Ausrollens dieser Prinzipien in der gesamten dpa-Gruppe. Dabei werden Trainings und die Entwicklung von Key Performance Indicators zentrale Rollen spielen.

Die Fähigkeit zur Transformation zu entwickeln, hat Ähnlichkeit mit dem Training im Spitzensport. Einfache Ziele, ein klares Trainingsprogramm, zahlreiche Wiederholungen und immer wieder nachmessen, ob sich die Performance verbessert. Das Ziel der dpa ist klar: Champions League in der Disziplin Kundennutzen.

Christopher Höpfner ist Chief Revenue Officer der dpa. Der Wirtschaftsingenieur arbeitet seit Frühjahr 2025 für die Agentur. Davor war er Executive Sales Director bei RTL Deutschland, Gruner + Jahr Konzern.

Peter Kropsch ist CEO der Deutschen Presse-­Agentur. Der Journalist und Kommunikationswissenschaftler wechselte 2016 zur dpa. Davor war er CEO der österreichischen Nachrichtenagentur APA.