Transformation leben
Von Peter Kropsch und Christopher Höpfner
Kurz vor Jahresende 2025 haben die Führungskräfte der gesamten dpa-Gruppe die Köpfe zusammengesteckt und Zukunftsszenarien entworfen. Impulsgeberin war die Kanadierin Nikita Roy. Wikipedia bezeichnet Nikita als „eine in Harvard anerkannte Datenwissenschaftlerin, Journalistin und KI-Futuristin, die sich auf den verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz in Nachrichtenredaktionen spezialisiert hat“. Dieses Profil passt perfekt zu uns: Unsere DNA bleibt geprägt von verlässlichen und unabhängig erstellten Nachrichten. Auch im KI-Zeitalter. Was sich massiv verändert, ist die Art, wie und in welcher Form Menschen dpa-Nachrichten in Zukunft nutzen werden. Unser Blick nach vorne ist mittlerweile ausgesprochen reich an Facetten – mit einer Konstante: Wir müssen die Transformation leben.
Unser Fokus liegt zuallererst auf unseren Kunden. Im Büro des CEO hängt ein Whiteboard. Hier werden Ideen skizziert und Prozesse modelliert. Der Inhalt auf dem Whiteboard wird immer wieder gelöscht – bis auf ein Wort, das ganz oben steht, seit es vor zehn Jahren dorthin geschrieben wurde. Es heißt „Kundennutzen“. Solange wir unseren Kunden nützlich sind, bewegt sich die dpa in eine gute Zukunft. Aber dafür muss sich auch die dpa selbst transformieren.
Verändertes Kundenverhalten und technische Entwicklungen sind die wesentlichen Treiber von Veränderungen in der Informationswirtschaft. Die wirtschaftliche Lage bestimmt, ob sie schneller oder gemächlicher verläuft. Sowohl die Veränderungen im Kundenverhalten als auch die Technik zeigen aktuell massive Ausschläge und beeinflussen sich gegenseitig. Medienunternehmen müssen hohe Anpassungsleistungen erbringen, um für ihre Nutzer unter immer neuen Rahmenbedingungen nützlich zu bleiben.
Künstliche Intelligenz ist nach dem Internet und nach der Suchmaschinenökonomie in Verbindung mit Social Media der dritte große Gamechanger für Nachrichtenmedien innerhalb der letzten drei Dekaden. Noch sind die Wirkungen nicht klar. Doch KI greift auf allen Ebenen ein. Nachrichtenredaktionen werden durch KI-Unterstützung effizienter. Administrative Prozesse sowieso. Unsere Teams brauchen spezifische KI-Kompetenzen.
Merkliche Spuren sehen wir bereits in zwei großen Bereichen: bei den Geschäftsmodellen, wo KI-generierte Überblicke dem Suchmaschinentraffic auf Nachrichtenseiten zusetzen. Und im Bereich der Inhalterechte, wo KI-Unternehmen in unterschiedlichem Ausmaß Inhalte absaugen, ohne dass ein tragfähiges Geschäftsmodell existiert.
Die dpa bietet allen Medienunternehmen Unterstützung in der Transformation an. Um das leisten zu können, muss sich die dpa selbst zu einer adaptiven Organisation wandeln.
Im Wirkungsfeld Produkte und KI gibt es noch viele Fragezeichen. Nachrichten sind ein Vertrauensgut. Das passt nicht optimal zu einer Technologie, die aktuell noch Halluzinationen produziert. Gleichzeitig scheinen die Potenziale nahezu grenzenlos. Wir gehen davon aus, dass die Aufbringung von originaler Information die Domäne von Journalistinnen und Journalisten bleiben wird. In Gestaltung, Zusammenstellung und Auslieferung von Information sowie in der Verknüpfung von Datenquellen werden KI oder KI-gestützte Prozesse dominieren. Das ist auch unser Ansatz in der Produktentwicklung.
Beim Nutzungsverhalten stehen junge Zielgruppen im Mittelpunkt. Dies gleich aus zwei Gründen: Junge Menschen nutzen die Angebote der dpa-Kunden nur unterdurchschnittlich – sei es wegen nicht zielgruppengerechter Formate oder wegen fehlender Kompetenz und Erfahrung der Nutzer, die Bedeutung seriöser Nachrichtenquellen richtig einzuordnen. Zusammen mit massiven Desinformationsströmen auf großen Onlineplattformen braut sich etwas zusammen, das weit über den wirtschaftlichen Effekt für Medien hinausgeht. Menschen, die nicht mehr zwischen Fakten und Desinformation unterscheiden können, sind eine große Herausforderung für die demokratische Gesellschaft.
Die Kunden der dpa haben diese Herausforderung angenommen. Jeder unserer Kunden befindet sich in einem Transformationsprozess, um sich optimal für die Zukunft aufzustellen. Allerdings jeder an einem anderen Punkt, und praktisch jeder bewegt sich mit individueller Geschwindigkeit voran. Die dpa bietet allen Medienunternehmen Unterstützung in der Transformation an. Um das selbst leisten zu können, muss sich die dpa selbst zu einer adaptiven Organisation wandeln.
In Phasen dynamischer Veränderung braucht jedes Unternehmen drei Strategien: eine für die alte Welt, eine für die neue Welt und eine zur Transformation der alten in die neue Welt. Wir zeigen Ihnen, wie wir das gemeinsam mit unseren Kunden in der Praxis umsetzen.

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Die alte Welt: „Kuratierung Print“ – Ready Made für Zeitung und ePaper
Alle reden über Künstliche Intelligenz, Automatisierung und digitale Plattformen – zu Recht. Doch während sich die Aufmerksamkeit auf die Zukunft richtet, erwirtschaften viele unserer Verlagskunden einen relevanten Teil ihrer Rendite noch immer mit Print – und mit dem ePaper. Diese Wertschöpfung ist nach wie vor elementar: Sie trägt die digitale Transformation, sie finanziert Investitionen, sie hält Medienhäuser handlungsfähig.
Gerade deshalb ist Innovation im Bereich Print für uns bei der dpa nach wie vor ein wichtiges Thema. Wir sehen uns hier als Partner und Impulsgeber – nicht als Bewahrer, sondern als Gestalter des Übergangs. Denn während neue Kanäle entstehen, bleibt klar: Das Ende von Print ist nicht in Sicht. Totgesagte leben länger.
Viele Kunden – und es werden zusehends mehr – wollen mit der Verarbeitung unseres Materials für Print so wenig wie möglich oder am besten gar nichts mehr zu tun haben. Das Zeitungmachen ist vielerorts automatisiert. Unsere Antwort: Wir gestalten unser Angebot möglichst passgenau, verlässlich, gut auffindbar, kuratiert und maschinenlesbar.
Wir haben uns gefragt, wie wir bei dem skizzierten Bedarf den größtmöglichen Nutzen stiften können. Wir haben die Lösung gemeinsam mit unseren Kunden entwickelt. In Workshops, Umfragen und Redaktionssprechstunden haben wir genau hingehört, was gebraucht wird – und das Produkt „Kuratierung Print“ darauf aufgebaut. Die Redaktion, der Vertrieb und die Kunden selbst entwickeln das Angebot gemeinsam weiter.
„Kuratierung Print“ bedeutet, dass wir täglich rund 40 journalistische Stücke auswählen – aus den Ressorts Politik, Wirtschaft, Panorama, Kultur/Medien und Sport. Die Inhalte reichen von großen Aufmachern bis zu kurzen Meldungen. Jeder Text folgt den bewährten dpa-Standards und wird inklusive Teasern, Zwischenüberschriften und Bildern ausgeliefert. Bis spätestens 16 Uhr stehen die Stücke bereit – für maximale Aktualität bei minimalem Aufwand. Für unsere Kunden bedeutet das: Sie können ihren Mantel individuell gestalten und gleichzeitig auf eine geprüfte, vielfältige und sofort einsetzbare Themenbasis zugreifen.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Qualität, Orientierung und Effizienz. Wir filtern die relevanten Inhalte, stellen einen Themenpool für Mantelseiten zusammen und entlasten so Redaktionen bei Planung und Produktion – kostenlos für alle Bezieher des dpa-Basispakets.