Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme erhöhte sich leicht um 0,4 Mio. Euro auf 65,3 Mio. Euro (Vorjahr 64,9 Mio. Euro). Auf der Aktivseite sind die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen leicht angestiegen. Die Investitionen (ohne Finanzanlagen) liegen mit 3,3 Mio. Euro leicht über dem Vorjahr und übersteigen die Abschreibungen von 2,6 Mio. Euro. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag, wie auch schon im Vorjahr, auf erworbener Software und Softwarelizenzen sowie auf Ersatzinvestitionen in Betriebs- und Gebäudeausstattung. 

Die Finanzanlagen waren aufgrund von Abgängen bei den Wertpapieranlagen rückläufig und belaufen sich zum Stichtag auf 24,8 Mio. Euro (Vorjahr: 26,5 Mio. Euro).

Das Umlaufvermögen stieg im Saldo um 0,7 Mio. Euro auf 17,4 Mio. Euro an. Um 1,6 Mio. Euro höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen standen Rückgänge bei den Guthaben bei Kreditinstituten (–0,3 Mio. Euro), sonstigen Vermögensgegenständen (–0,3 Mio. Euro) und Forderungen gegen verbundene Unternehmen (–0,2 Mio. Euro) gegenüber. Der Anstieg der Forderungen ist dabei stichtagsbedingt auf einzelne Kunden zurückzuführen.

Auf der Passivseite wirkte sich insbesondere ein Anstieg des Eigenkapitals, bedingt durch den erwirtschafteten Jahresüberschuss von 1,6 Mio. Euro und einen Verkauf eigener Anteile an neue Gesellschafter mit 0,3 Mio. Euro, aus. Die Eigenkapitalquote stieg zum Bilanzstichtag auf 76,0 % (Vorjahr: 73,5 %) an. 

Bei den Rückstellungen und Verbindlichkeiten ist insgesamt ein leichter Rückgang zu verzeichnen. 

Mit liquiden Mitteln in Höhe von 4,2 Mio. Euro (Vorjahr 4,5 Mio. Euro) besteht eine nach wie vor solide finanzielle Basis. Das langfristig gebundene Anlagevermögen ist vollständig durch Eigenkapital gedeckt.

Für das Geschäftsjahr 2025 ergab sich ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (inklusive Erträgen aus Ergebnisabführungen und Beteiligungen) in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr 3,0 Mio. Euro). 

Insgesamt wird die wirtschaftliche Lage des Unternehmens durch die Geschäftsführung als gut eingeschätzt.


4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Entlang unserer Unternehmensstrategie wurde das interne Steuerungssystem ausgerichtet, und geeignete Kontrollgrößen wurden definiert. Das Ziel ist die nachhaltige Steigerung der Profitabilität und damit verbunden auch die Steigerung des Unternehmenswertes. Daraus abgeleitet ergeben sich als wichtigste Steuerungsgrößen der Umsatz und der Jahresüberschuss.

III. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

1. Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir aus organischem Wachstum angesichts anhaltender Auflagenverluste und damit verbundener Erlösstagnation im Kernmarkt nur einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse um etwa 1,2 %. Das in der Planung ausgewiesene Umsatzwachstum von 1,3 Mio. Euro kommt dabei in erster Linie aus dem Segment der neueren Produkte und betrifft u. a. Custom Content, dpa-Video und KI-getriebene Technologiedienstleistungen. 

Aufgrund steigender Aufwendungen durch umsatzgetriebene Kostenpositionen und anstehende Tarifanpassungen sowie in Summe leicht sinkender Ergebnisbeiträge der Tochtergesellschaften, rechnen wir damit, einen Jahresüberschuss von etwa 1,0 bis 1,2 Mio. Euro zu erzielen.

Beim Personalaufwand ist zu berücksichtigen, dass für 2026 – wie in Jahren mit Sport- Großereignissen üblich – neben der jährlichen Basiszuführung keinerlei Sonderzuführung zur Unterstützungskasse geplant wurde.

Inwieweit das tatsächlich am Markt zu erzielende Umsatzplus dann schlussendlich das im Budget prognostizierte Umsatzwachstum widerspiegelt und damit das Jahresergebnis der dpa beeinflusst, bleibt angesichts der nach wie vor eingetrübten Konjunkturaussichten abzuwarten.

Perspektivisch gehen wir aber auch für das Jahr 2027 von leicht steigenden Gesamtum­sätzen aus und rechnen unter dem Strich mit einem Jahresüberschuss in ähnlicher Höhe wie 2026. Inwieweit wir daran festhalten können, wird sich aus der weiteren Entwicklung der Wirtschaftslage und nicht zuletzt aus den Ergebnissen der gerade laufenden Verhandlungen mit den Tarifpartnern ergeben. Welches Ausmaß die Auswirkungen des Anfang 2026 begonnenen Iran-Krieges auf die Wirtschaftslage und somit auch die Prognose haben wird, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. 

2. Chancen- und Risikobericht

In einem insgesamt herausfordernden Marktumfeld hat die dpa-Gruppe auch 2025 auf Transformation und Wandel gesetzt, um den vielfältigen Veränderungen in Technologie und Gesellschaft zu begegnen. Die Abkehr der US-Regierung unter Donald Trump von Partnerschaft und Vertrauen gegenüber den EU-Ländern und anderen langjährigen Verbündeten belastet das Verhältnis zu den USA sehr. Ebenso sorgt der weiterhin anhaltende Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine kombiniert mit mutmaßlich russischen Attacken auf die Infrastruktur in Deutschland für Destabilisierung. Die Notwendigkeit für unabhängige, überparteiliche und faktenbasierte Nachrichten ist daher noch nie so groß gewesen wie heute. 

Im Berichtsjahr hat die dpa wesentliche Punkte ihrer 2024 erarbeiteten Mittelfriststrategie „Adapt to Grow“ vorangetrieben. Dazu gehören die Bereiche KI und Video, in denen konkrete Milestones erreicht und vertriebliche Erfolge verzeichnet werden konnten. Auch die engere Verzahnung der Vertriebsteams im Businessbereich von dpa, news aktuell und Picture Alliance gehörte zu den Schwerpunkten der Strategie. Nicht zuletzt wurde auch die Entwicklung der dpa zu einer adaptiven Organisation vorangetrieben. In Workshops und Informationsrunden hat die dpa dazu handlungsleitende Prinzipien entwickelt und im Unternehmen ausgerollt. Im Mittelpunkt dieser Strategie steht neben dem Ausbau von innovativen Geschäftsfeldern somit auch die Anpassungsfähigkeit der Gruppe vor dem Hintergrund der genannten Veränderungen. Als Chance ergibt sich hieraus, durch vorausschauendes Handeln Produkte und Dienstleistungen auf die geänderten Umwelteinflüsse und Kundenbedürfnisse schnell und zielgerichtet anzupassen. 

Zu den wesentlichen Ursachen für gesellschaftliche Spannungen und den Vertrauensverlust in klassische Medien gehört die gezielte Verbreitung von Desinformation im digitalen Raum. Nach wie vor sieht es die dpa als ihre Aufgabe an, Falschinformationen einzudämmen und aufzudecken. Das Faktencheck-Team der Agentur leistet hier einen Beitrag, der über das reine Mediengeschäft hinausgeht. 

Obwohl der Kunde Meta das Factchecking in den USA eingestellt hat, ist die dpa über das gesamte Jahr 2025 hinweg für den amerikanischen Plattformanbieter tätig gewesen und hat Falschbehauptungen kenntlich gemacht. Nach wie vor besteht das Risiko, dass Meta die Aktivitäten in Deutschland und in anderen europäischen Ländern beendet, sodass die Umsätze der dpa entfallen würden. Parallel hat die dpa die eigenen Faktencheck-Aktivitäten weiter ausgebaut. So wurde unter anderem das German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO) – der größte Zusammenschluss von Faktencheck-Teams und Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum – fortgeführt. Ebenso konnten die umfassenden Schulungen von Journalistinnen und Journalisten mit Tools und Techniken der Verifikation fortgesetzt werden. Mittlerweile haben mehr als 3.000 Medienschaffende von dem Angebot der dpa profitiert. Damit ist es der dpa gelungen, die Expertise der Agentur in diesem Bereich gegenüber den Kunden deutlich zu machen und damit die Kundenbindung zu erhöhen. Ebenso stärken die Workshops die Marke dpa, die für Verlässlichkeit und Faktentreue steht. 

Auch weitere Brancheninitiativen der dpa stützen Verlage und Medienhäuser bei ihren Transformationsaufgaben. Dazu zählen auch die Initiativen der UseTheNews gGmbH. Die Nachrichtenkompetenzinitiative, die die dpa zusammen mit weiteren Medienmarken betreibt, vermittelt jungen Zielgruppen den Stellenwert von Journalismus und arbeitet an neuen Medienformaten für Heranwachsende und Jugendliche. In der Berliner Zentralredaktion hat das Newscamp „Deine Nachrichten, Deine Zukunft“ stattgefunden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie junge Menschen Fake News entlarven und Quellen überprüfen können. Das neu etablierte Competence Center Young Audiences (CCYA), eine Kooperation von UseTheNews und dem Bürgersender TIDE, soll dazu beitragen, der Entfremdung zwischen klassischen Medien und der durch die Nutzung von Social Media geprägten Generation zu begegnen. Zum Programm des CCYA gehören Pilotprojekte zwischen Medienpartnern und Schulklassen sowie Austauschformate im Rahmen der journalistischen Ausbildung oder der wissenschaftlichen Forschung.

Alle genannten Initiativen und Projekte der dpa zahlen auf den Erhalt von Medienvielfalt und Meinungspluralität in Deutschland ein. Als Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Medien sieht es die dpa als ihre Aufgabe an, die Errungenschaften einer freien und demokratischen Gesellschaft zu stärken und zu verteidigen. Als Chance ergibt sich daraus, den Markenkern zu stärken.

Eine weitere Chance zur Stärkung des Markenkerns ergibt sich auch aus der Veröffentlichung des dritten Nachhaltigkeitsberichts. Insgesamt konnte dabei das Reporting weiter vertieft und professionalisiert werden. Der Bericht weist im Vergleich zum Vorjahr einen größeren CO₂-Fußabdruck aus – wesentlich hervorgerufen durch notwendige Reisen im Rahmen der Olympischen Spiele und der Fußball-EM. Die dpa nimmt die langfristige Entwicklung der Emissionen in den Fokus und arbeitet daran, diese stetig zu reduzieren. 

Bei den anstehenden Tarifverhandlungen ergibt sich das Risiko, dass der tatsächliche Tarifabschluss deutlich über den eingeplanten Gehaltssteigerungen liegt und somit das Jahresergebnis der dpa spürbar beeinflusst. Um den Gehaltssteigerungen entgegenzuwirken, sind bereits jetzt konkrete Struktur- und Einsparmaßnahmen eingeleitet worden, die abhängig von der Höhe des tatsächlichen Tarifabschlusses noch einmal nachgeschärft werden. 

Hackerangriffe und sonstige digitale Attacken können für die dpa und ihre Beschäftigten ein großes Risiko bedeuten. Die Berichterstattung der Agentur könnte eingeschränkt oder erheblich erschwert werden. Daher arbeitet die dpa intensiv daran, den Schutz vor Angriffen kontinuierlich hochzuhalten und weiter zu verbessern. Unter anderem konnte eine sogenannte Cyber-Versicherung abgeschlossen werden, die die dpa gegenüber den entsprechenden Risiken absichert. Im Laufe des Jahres wurden erneut Krisenübungen abgehalten, Informationssicherheitstrainings für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns durchgeführt und die internen Abläufe insgesamt weiter geschärft und konkretisiert.

Aktuell sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar, deren Eintritt wahrscheinlich ist.