Lagebericht

I. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS

Gegenstand des Unternehmens ist die Sammlung, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten, Bildmaterial, Audios, Grafiken und Videos jeder Art. Zu diesem Zweck garantiert ein enges Netz von Redaktionen und Korrespondentenbüros in Deutschland und der Welt eine eigene Nachrichtenbeschaffung, und zwar unparteiisch und unabhängig von Welt­anschauungsfragen, Wirtschafts- und Finanzgruppen oder Regierungen. So schreibt es der Gesellschaftsvertrag der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH vor.

Als Deutschlands größte Nachrichtenagentur beliefert die dpa alle Arten von Medien: Zeitungen, Zeitschriften, TV- und Rundfunksender sowie Onlineangebote. Auch Institutionen, Organisationen und Unternehmen gehören zu den Kunden und stellen neben den Medien wichtige Ertragssäulen dar.

Die dpa wurde 1949 gegründet und gehört zu den weltweit führenden unabhängigen Nachrichtenagenturen. Gesellschafter sind rund 170 deutsche Medienunternehmen. Die dpa berichtet sowohl in deutscher Sprache als auch auf Arabisch, Englisch und Spanisch. Als internationale Agentur trägt die dpa dazu bei, deutsche Themen und die deutsche Per­spektive im Ausland sichtbar zu machen.

II. WIRTSCHAFTSBERICHT

1. Gesamtwirtschaftliche und branchen­bezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2025 war weiterhin von angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt, zeigte jedoch erste Anzeichen einer Stabilisierung. Nach zwei Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung verzeichnete die deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf 2025 wieder ein leichtes Wachstum. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nach vorläufigen Berechnungen um rund 0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Damit konnte die Phase der Rezession zwar formal beendet werden, die gesamtwirtschaftliche Dynamik blieb jedoch insgesamt schwach. Belastend wirkten weiterhin geopolitische Unsicherheiten, ein nur langsam sinkendes Zinsniveau sowie strukturelle Herausforderungen in Industrie und Exportwirtschaft.

Der Arbeitsmarkt zeigte sich im Jahr 2025 robust, jedoch ohne nennenswerte Wachstums­impulse. Die Zahl der Erwerbstätigen lag mit rund 46,0 Millionen Personen weiterhin auf hohem Niveau, stagnierte jedoch im Vergleich zum Vorjahr weitgehend. Der Beschäftigungsaufbau fand – wie bereits in den Vorjahren – nahezu ausschließlich im Dienstleistungssektor statt, während Industrie und Bauwirtschaft Beschäftigung abbauten oder konstant hielten.

Die Medienbranche befindet sich auch 2025 in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Klassische Tageszeitungen stehen weiterhin unter erheblichem ökonomischem und publi­zistischem Druck, insbesondere durch den anhaltenden Rückgang der Printnutzung und die zunehmende Fragmentierung der Mediennutzung. Zwar bleibt die Zeitung für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil der täglichen Information, insgesamt setzt sich der Reichweitenverlust im Printbereich jedoch fort. Gleichzeitig gewinnen digitale Angebote weiter an Bedeutung, sowohl in der Nutzung als auch in der Monetarisierung.

E-Paper-Ausgaben haben sich dauerhaft im Alltag vieler Leserinnen und Leser etabliert. Ein Großteil der digitalen Auflagen wird im Abonnement bezogen, insbesondere bei regionalen und lokalen Tageszeitungen, bei denen das E-Paper weiterhin den dominierenden digitalen Vertriebskanal darstellt.

Paid Content bleibt einer der stabilsten Wachstumstreiber der Branche. Die Paid-Content-Umsätze der deutschen Publikumsmedien belaufen sich aktuell auf rund 1,66 Milliarden Euro pro Jahr. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 15 % von Januar 2025 bis Januar 2026. Damit wächst der Markt weiterhin deutlich, auch wenn sich das Wachstumstempo im langfristigen Vergleich leicht verlangsamt hat. In der Zeitreihe seit 2013 stellt das aktuelle Wachstum den drittniedrigsten Wert dar. Auffällig ist, dass das Umsatzplus im Jahr 2025 stärker als zuvor mengengetrieben ist: Der Zuwachs resultiert überwiegend aus einer steigenden Zahl von Abschlüssen und Nutzerinnen und Nutzern, während Preiserhöhungen eine deutlich geringere Rolle spielen als in den Vorjahren.

Rund zwei Drittel der Paid-Content-Erlöse stammen weiterhin aus dem Zeitungsgeschäft. Bei regionalen Tageszeitungen entfällt der Großteil dieser Umsätze nach wie vor auf E-Paper-­Abonnements; lediglich rund 19 % der digitalen Erlöse werden über Plus-Abos oder andere Paywall-Modelle erzielt. Überregionale Zeitungen sind in der Digitalisierung des Lesermarkts deutlich weiter: Erstmals erzielen nationale Titel mehr als die Hälfte ihrer digitalen Lesermarktumsätze über Paywalls und abonnierte Online-Zugänge. Das geht aus der Markteinschätzung von pv digest hervor. Die große Mehrheit der Publikumszeitschriften verlor gemäß MA Pressemedien 2026 I der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) Leserschaft. Unter den 50 Top-Titeln gewannen gar nur sechs hinzu, große Marken verzeichneten zum Teil heftige Verluste.