Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom hörten 2024 etwa 45 % der Deutschen ab 16 Jahren zumindest gelegentlich Podcasts – ein Wert, der dem Vorjahr (43 %) nahezu entspricht. Vor vier Jahren lag dieser Anteil noch bei 33 %. Besonders beliebt sind Podcasts bei jüngeren Menschen: In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen hört rund die Hälfte (51 %) regelmäßig Podcasts. Auch bei den 30- bis 49-Jährigen liegt der Anteil mit 46 % auf einem ähnlichen Niveau. In der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen erreicht die Nutzung sogar 50 %. Bei den über 65-Jährigen sind es hingegen nur 35 %.
Der Reuters Institute Digital News Report 2024 zeigt, dass das Interesse an Nachrichten in Deutschland nach wie vor auf einem eher niedrigen Niveau liegt. Zwar ist der langfristige Abwärtstrend des Nachrichteninteresses mittlerweile leicht gebremst, dennoch geben nur 55 % der erwachsenen Internetnutzerinnen und -nutzer an, sich sehr oder extrem für Nachrichten zu interessieren – ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2023 (52 %), aber weiterhin deutlich unter früheren Werten.
Besonders auffällig bleibt die sogenannte News Avoidance: 14 % der Befragten versuchen aktiv, Nachrichten zu vermeiden, während 69 % dies zumindest gelegentlich tun – ein Anstieg um vier Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Als Hauptgründe werden die überwältigende Menge an Nachrichten sowie die häufig negative Berichterstattung über Krisen, Kriege und Gewalt genannt. Gleichzeitig fühlen sich 41 % der Befragten von der schieren Menge an Nachrichten erschöpft, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2019, als dies nur 26 % sagten.
Trotz dieser Entwicklungen bleibt das Interesse an bestimmten Nachrichtentypen hoch: 58 % der Befragten wünschen sich mehr positive Nachrichten, 53 % interessieren sich für Berichte, die Lösungen aufzeigen, und 50 % legen Wert auf Nachrichten, die komplexe Themen verständlich erklären.
2024 war erstmals das Internet die wichtigste Nachrichtenquelle für die Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland: 42 % der Befragten nennen das Internet als ihre Hauptnachrichtenquelle, gefolgt von linearem Fernsehen mit 41 %. Besonders bei den 18- bis 24-Jährigen dominiert das Internet, wobei 35 % dieser Altersgruppe soziale Medien als ihre Hauptnachrichtenquelle angeben.
Das Vertrauen der Menschen in Deutschland in etablierte Medien hat sich auf das Niveau vor der Corona-Pandemie eingependelt. Laut der Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen, veröffentlicht im April 2024, gaben 44 % der Befragten an, den Medien bei wichtigen Themen wie Umweltproblemen, politischen Krisen oder Gesundheitsgefahren „eher“ oder „voll und ganz“ zu vertrauen. Dieser Wert entspricht nahezu dem Stand von 2019 (43 %) und liegt deutlich unter den Spitzenwerten während der Pandemie, als das Vertrauen aufgrund eines erhöhten Informationsbedarfs auf bis zu 56 % gestiegen war.
Das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bleibt stabil und liegt bei 64 %, ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (62 %). Diese Mediengattung genießt weiterhin das höchste Vertrauen unter den Deutschen. Soziale Netzwerke und alternative Nachrichtenseiten bleiben mit Zustimmungswerten von unter 10 % weiterhin die am wenigsten vertrauenswürdigen Quellen.