Geschäftsbericht
2024
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Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Skepsis gegenüber den Medien leicht zugenommen hat. 17 % der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Medien die Bevölkerung „systematisch belügen“, ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Zudem glauben 23 %, dass Medien und Politik „Hand in Hand arbeiten“, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.  

Die Bedrohung von Medienschaffenden bleibt weltweit ein ernstes Problem, sowohl durch physische Angriffe als auch durch digitale Übergriffe. Laut Reporter ohne Grenzen (RSF) wurden im Jahr 2024 insgesamt 54 Journalistinnen und Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (45). Besonders gefährlich war die Berichterstattung in Konfliktregionen wie dem Gazastreifen, wo allein seit Oktober 2023 mindestens 35 Medienschaffende ums Leben kamen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Journalistinnen und Journalisten in Krisengebieten weiterhin einem hohen Risiko ausgesetzt sind.   

Die Zahl der weltweit inhaftierten Medienschaffenden bleibt alarmierend hoch. Zum 1. Dezember 2024 saßen 550 Journalistinnen und Journalisten aufgrund ihrer Arbeit im Gefängnis, was einen leichten Anstieg im Vergleich zu 2023 (521) darstellt. Besonders betroffen sind autoritäre Staaten wie China, Myanmar und Belarus, die zusammen für 266 Inhaftierungen verantwortlich sind.  

Der Monitoring-Bericht von Media Freedom Rapid Response (MFRR) zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. In der ersten Jahreshälfte 2024 wurden 72 Vorfälle von Verletzungen der Medienfreiheit in Deutschland registriert, die 116 Medienschaffende oder -einrichtungen betrafen. Diese Vorfälle umfassen Beleidigungen, Einschüchterungen, digitale Angriffe und körperliche Übergriffe, insbesondere bei Demonstrationen und Protestveranstaltungen. 

2. Geschäftsverlauf

Die Deutsche Presse-Agentur blickt auf ein ereignisreiches und herausforderndes Nachrichtenjahr 2024 zurück, das von bedeutenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt war. Der Bruch der Ampel-Koalition im November und die anschließende politische Neuordnung in Deutschland haben die Berichterstattung stark beeinflusst. Gleichzeitig sorgte die Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zusammen mit den anhaltenden Kriegen in der Ukraine und im Gazastreifen für weltweite Aufmerksamkeit und neue geopolitische Spannungen.  

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnte die dpa wichtige Fortschritte erzielen und ihre Position als Deutschlands größte Nachrichtenagentur weiter stärken. Ein konsequentes Kostenmanagement, stabile Umsätze im Kerngeschäft und Erfolge in den Wachstumsmärkten haben zu einer insgesamt positiven Bilanz beigetragen. Die Agentur hat sich erfolgreich weiterentwickelt und viele ihrer strategischen Ziele erreicht. Darüber hinaus ist es gelungen, sich mit den Arbeitnehmervertretungen auf einen wegweisenden Manteltarifvertrag zu einigen, der den wirtschaftlichen Gegebenheiten und der allgemeinen Marktlage entspricht.