Das Jahr 2024 war erneut von einer außergewöhnlich hohen Nachrichtenintensität geprägt. Die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in Deutschland, die Auswirkungen des Klimawandels sowie die internationalen Konflikte forderten die Journalistinnen und Journalisten der dpa in besonderem Maße. Mit detaillierter Planung und einem engen Austausch mit den Kunden konnte die dpa die komplexen Anforderungen in Text, Bild, Ton und Video erfüllen und einen wesentlichen Beitrag zur Berichterstattung deutscher und internationaler Medien leisten.
Das Berichtsjahr stand außerdem im Zeichen des 75-jährigen Bestehens der dpa. Gemeinsam mit ihren Gesellschaftern und Kunden feierte die dpa ein Dreivierteljahrhundert bewegte Mediengeschichte im Museum für Kommunikation und betonte die gesellschaftliche Bedeutung eines unabhängigen Nachrichtenjournalismus. Rund 300 Schülerinnen und Schüler verschiedener Berliner Schulen setzten sich beim Newscamp „Deine Nachrichten, Deine Zukunft“ mit Journalismus und Medien auseinander. In Workshops, Bühnenprogramm und verschiedenen Stationen ging es um Social-Media- und Nachrichtenkonsum sowie um Desinformation und Pressefreiheit. Zahlreiche Medienhäuser haben die ganztägige Jubiläumsfeier unterstützt. Darüber hinaus wurde im Berliner Newsroom das wissenschaftliche Standardwerk „Im Dienst der Nachricht“ vorgestellt. Medienhistoriker Hans-Ulrich Wagner erzählt darin die komplette Geschichte der dpa seit 1949.
Die dpa hat 2024 wesentliche Weichenstellungen im redaktionellen Bereich umgesetzt. An erster Stelle ist hier die tiefgehende Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen KI-Unternehmen You.com zu nennen. Das Unternehmen wurde vom weltweit anerkannten KI-Pionier Richard Socher gegründet. Als erstes großes Etappenziel wurde die Schaffung eines RAG-Modells für die dpa formuliert. RAG steht für Retrieval Augmented Generation. Redakteurinnen und Redakteure können damit besser und einfacher in dpa-Inhalten recherchieren, indem sie ihre Anfragen frei in menschlicher Sprache formulieren, wie sie es üblicherweise von anderen KI-Tools gewöhnt sind. dpa-news, die größte Plattform, über die dpa ihre Kunden mit Nachrichten versorgt, liefert nun textliche Zusammenfassungen aus, was einer deutlichen Verbesserung gegenüber der bisherigen Beitragslisten entspricht. Die Anwendung wurde den Kunden der dpa im ersten Quartal 2025 als neues Produkt zur Verfügung gestellt. Außerdem hat die dpa innerhalb ihrer IT ein dreiköpfiges KI-Team aufgebaut, um die notwendigen Entwicklungen in diesem Bereich energisch voranzutreiben. Die zentrale Plattform dpa-news selbst ist seit 2024 in einer vollkommen erneuerten Form mit zahlreichen neuen Funktionalitäten auf dem Markt.
Ein weiterer Meilenstein in der digitalen Transformation der Agentur ist der Einsatz des neuen Produktionssystems Rubix in weiteren Bereichen der Redaktion. Nachdem erste dpa-Teams mit Rubix Erfahrung gesammelt haben, wird mittlerweile ein großer Teil der dpa-Produktion auf diese Weise erstellt. Dabei verfolgt Rubix weiterhin einen klaren Digital-First-Ansatz und ermöglicht das vernetzte und organisationsübergreifende Arbeiten verschiedener dpa-Einheiten.
Auch im internationalen Bereich hat die dpa eine wichtige Weiterentwicklung angestoßen und zusammen mit der amerikanischen Nachrichtenagentur AP (Associated Press) den arabischsprachigen Dienst Global Arabic News Service gestartet. Der Dienst bündelt die europäische Perspektive der dpa mit der globalen Berichterstattung der AP und stärkt die unabhängige Berichterstattung in der arabischen Welt. Die Redaktion ist in einem gemeinsamen Hub in den dpa-Büros in Kairo organisiert.