LAGEBERICHT
I. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS
Gegenstand des Unternehmens ist die Sammlung, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten, Bildmaterial, Audios, Grafiken und Videos jeder Art. Zu diesem Zweck garantiert ein enges Netz von Redaktionen und Korrespondentenbüros in Deutschland und der Welt eine eigene Nachrichtenbeschaffung, und zwar unparteiisch und unabhängig von Weltanschauungsfragen, Wirtschafts- und Finanzgruppen oder Regierungen. So schreibt es der Gesellschaftsvertrag der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH vor.
Die dpa beliefert mit diesem Material alle Arten von Medien: Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunksender und Onlineangebote. Auch Institutionen, Organisationen und Unternehmen gehören zu den Kunden von Deutschlands größter Nachrichtenagentur und stellen neben den Medien wichtige Ertragssäulen dar.
Mit seinen Diensten ist das Unternehmen im Wesentlichen im Inland tätig. Aus dem Inlandskundenkreis stammen auch die rund 170 Gesellschafter der dpa. Dazu werden in mehr als hundert Ländern dpa-Dienste angeboten und vertrieben, sowohl in deutscher Sprache als auch auf Arabisch, Englisch und Spanisch sowie auf Französisch, Serbisch und Russisch. Dadurch trägt die dpa dazu bei, deutsche Themen und die deutsche Perspektive im Ausland zu verbreiten sowie die wichtigen Werte der Pressefreiheit und Unabhängigkeit zu fördern.
II. WIRTSCHAFTSBERICHT
1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Wie schon das Vorjahr war auch 2024 von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank um 0,2 % im Vergleich zu 2023. Damit setzte sich der wirtschaftliche Abschwung fort. Die deutsche Wirtschaft litt unter einer Kombination aus konjunkturellen und strukturellen Belastungen, darunter hohe Energiekosten, ein weiterhin erhöhtes Zinsniveau sowie unsichere wirtschaftliche Aussichten. Andererseits setzte der Bereich Information und Kommunikation seinen Wachstumskurs mit einem Zuwachs von 2,5 % fort. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage erreichte der Arbeitsmarkt 2024 einen neuen Höchststand. 46,1 Millionen Menschen waren erwerbstätig, was einem Zuwachs von 72.000 Personen (+0,2 %) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Beschäftigungsaufbau fand jedoch ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt.
Die Medienbranche befindet sich weiterhin in einem tiefgreifenden Wandel, der sowohl ökonomische als auch gesellschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Besonders die klassischen Tageszeitungen stehen unter Druck, da der digitale Wandel ihre Reichweite und Bedeutung zunehmend beeinflusst. Dennoch bleiben sie für viele Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Insgesamt zeigt sich das Bild einer Branche, die sowohl ökonomisch als auch gesellschaftlich unter Druck steht. So kämpfen die klassischen Tageszeitungen weiterhin mit den Auswirkungen des digitalen Wandels. Obwohl laut Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) immer noch fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung täglich Zeitungen liest, ging die Gesamtreichweite im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück, wie die ma 2024 zeigt. Zeitungen erreichten insgesamt 33,7 Millionen Menschen über 14 Jahren, was einer Leserschaft von 47,7 % der deutschsprachigen Bevölkerung entspricht (Vorjahr: 34,6 Millionen/49,4 %).
Die regionalen Abozeitungen bleiben mit Abstand die stärkste Gruppe, erreichen jedoch mit 28,1 Millionen Lesern pro Tag eine leicht geringere Reichweite als im Vorjahr (28,6 Millionen). Kaufzeitungen verzeichnen ebenfalls einen Rückgang und erreichen täglich 6,9 Millionen Leser (Vorjahr: 7,7 Millionen). Überregionale Abo-Zeitungen kommen auf 3,6 Millionen Leser pro Tag (Vorjahr: 3,8 Millionen).
E-Paper-Ausgaben von Zeitungen sind ein fester Bestandteil des Alltags vieler Leserinnen und Leser. Wie der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) berichtet, stieg die verkaufte E-Paper-Auflage im dritten Quartal 2024 um 9,12 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 2,93 Millionen Exemplare pro Erscheinungstag. Damit setzt sich der Wachstumstrend der digitalen Zeitungen ungebrochen fort.
Mehr als 1,83 Millionen digitale Exemplare – und damit über 62 % der E-Paper-Auflage – werden im regelmäßigen Abonnement bezogen. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders lokale und regionale Abonnementzeitungen dominieren den Markt mit 1,6 Millionen verkauften digitalen Exemplaren täglich. Überregionale Zeitungen kommen auf 330.254 digitale Verkäufe, während Kaufzeitungen 210.589 Exemplare absetzen.
Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2024 verdeutlichen, dass sich die Mediennutzung zunehmend in Richtung non-linearer und digitaler Angebote verschiebt. Die Menschen in Deutschland verbringen täglich durchschnittlich 384 Minuten (knapp sechseinhalb Stunden) mit Medien – das sind 28 Minuten weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist vor allem auf die abnehmende Nutzung linearer Medien wie Fernsehen und Radio zurückzuführen.
Die Nutzung des Internets bleibt auf einem hohen Niveau: Die tägliche Nutzung von Bewegtbildinhalten im Internet liegt stabil bei 51 %. Besonders die Mediatheken der Fernsehsender behaupten sich als feste Größe im Medienkonsum und erreichen eine gleichmäßige Verteilung über alle Altersgruppen hinweg. So nutzen 44 % der 14- bis 29-Jährigen und 45 % der 30- bis 49-Jährigen die Mediatheken mindestens wöchentlich.
Im Bereich Audio zeigt sich ein ähnliches Bild: Die lineare Radionutzung ist rückläufig (minus 4 Prozentpunkte auf 78 % wöchentliche Nutzung), während Podcasts und Musikstreamingdienste stagnieren.