Einsatzkräfte durchsuchen ein Waldstück in der Nähe von Bremervörde (Niedersachsen) nach dem sechsjährigen Arian. Der autistische Junge verschwand aus seinem Elternhaus und wurde erst zwei Monate später tot aufgefunden.
BREMERVÖRDE 23.04.2024
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Sina Schuldt
dpa-Fotografin,
Büro Bremen
„Wir waren fast dabei zu versprechen, wir werden ihn finden, und das konnten wir nicht einhalten.“ So lautete das Fazit eines Polizeisprechers nach zweimonatiger Suche nach einem Sechsjährigen.
Die meisten vermissten Kinder tauchen schnell wieder auf. Doch bei dem autistischen Arian aus Bremervörde in Niedersachsen, der nicht spricht und sich wahrscheinlich verängstigt vor den Suchenden versteckt, ist das anders.
Im April 2024 sind die Nächte kalt, teils unter null Grad. Am Morgen nach dem Verschwinden des Jungen kommt die erste Meldung der Polizei. Mein Einsatzgebiet ist groß, ich bin auf dem Weg zu einem Termin eineinhalb Fahrstunden entfernt. Bis ich dort bin, werden sie den Jungen doch sicher gefunden haben ... ? Ich mache mich trotzdem auf den Weg. Als eine der Ersten bin ich vor Ort und kann noch vor der Absperrung des Waldstückes für die Presse die Polizei bei den Suchmaßnahmen begleiten.
Mehr als zwei Monate lang werden meine Kollegen und ich fast täglich vor Ort sein. Hunderte Kräfte von Feuerwehr, Polizei und DLRG sind auf den Beinen. Suchhunde, Drohnen und Boote sind im Einsatz, dazu zahlreiche Freiwillige. Später hilft auch die Bundeswehr mit. Vergeblich. Am Ende die traurige Gewissheit: Arian lebt nicht mehr.