Geschäftsbericht
2023
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3. Lage

Ertragslage


Mit einem Jahresüberschuss von 1,4 Mio. Euro wurde die Ergebnisprognose trotz eines unter den Erwartungen liegenden Umsatzwachstums übertroffen. Dies ist zum Teil auf eine erneut gute Performance der dpa-Tochtergesellschaften und -Beteiligungen zurückzuführen. Trotz der weiterhin hohen Inflation stiegen die Aufwendungen durch erzielte Einsparungen aber auch nur moderat an. 

Der Umsatz der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH erhöhte sich 2023 um 1,1 Mio. Euro oder 1,0 % auf 104,3 Mio. Euro. Damit wurde das gesteckte Wachstumsziel nur zum Teil erreicht. Wesentliche Ein­flussfaktoren waren dabei spürbare Erlösrückgänge bei der Bildzweitvermarktung sowie der unterjährige Wegfall eines Großauftrags mit dem Bund. 


Trotz weiterhin rückläufiger Auflagenhöhen im Printbereich ist es nicht zuletzt aufgrund der im Sommer abgeschlossenen Umstellung der Kunden auf das Ende 2019 im Aufsichtsrat beschlossene neue Preismodell gelungen, die Umsätze der klassischen Nachrichtendienste weitestgehend stabil zu halten, allerdings mit leichten Verschiebungen innerhalb der Dienste. Auch beim Dienst dpa-select für Corporates und institutionelle Kunden und den fremdsprachigen Nachrichtendiensten konnte das Umsatzniveau des Vorjahres in Summe gehalten werden, allerdings bekam der Arabische Dienst die Krisenlage im Nahen Osten deutlich zu spüren.


Im Bildbereich war der Aktuelle Bildfunk ebenfalls von den Auflagenrückgängen betroffen, aber auch hier zeigte das neue Preismodell die erwarteten positiven Effekte. Gepaart mit der Gewinnung einiger Neukunden konnte der Umsatz sogar etwas gesteigert werden.  


Im anhaltend schwierigen Segment der Bild-Zweitvermarktung ist es aufgrund des teils dramatischen Preisverfalls nicht gelungen, das Umsatzvolumen des Vorjahres zu halten. Hier ist ein Rückgang um knapp 0,4 Mio. Euro zu verzeichnen, der trotz einer Marketingoffensive des Bildvertriebs nicht vermieden werden konnte.


Im Bereich Custom-Content wirkten sich der Wegfall und die Verschiebung von Aufträgen mit Großkunden negativ auf die Umsatzerlöse aus, sodass die Erlöse in diesem Bereich deutlich unter dem Vorjahr liegen. 


Doch insgesamt entwickelten sich die Erlöse der neuen Produktfelder erfreulich. Nach einem Umsatzknick im Vorjahr wurde nun wieder ein Wachstum von insgesamt 0,5 Mio. Euro erzielt. Hier ist insbesondere das Videogeschäft zu erwähnen, das den Einbruch im Vorjahr im Zuge der Ukraine-Krise und einer dadurch monothematischen Themensetzung offensichtlich überwunden hat und dank der konsequenten Weiterentwicklung des Inhalteangebots punktet. 


Der Umsatz aus Technik und Übermittlung erhöhte sich mit 0,1 Mio. Euro nur unwesentlich und belief sich insgesamt auf 1,8 Mio. Euro. Beim Handelsgeschäft, speziell dem Vertrieb der Partnerprodukte von AP, konnte der Umsatz des Vorjahres nicht ganz erreicht werden. Hier ist ein Rückgang von 0,1 Mio. Euro auf nunmehr 4,1 Mio. Euro zu verzeichnen. 


Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen deutlich und erwartet um 2,6 Mio. Euro auf 1,8 Mio. Euro zurück, wobei allein 1,6 Mio. Euro auf den 2022 anfallenden einmaligen Verschmelzungsgewinn der Fotoagentur Zentralbild und weitere 1,0 Mio. Euro auf erhöhte Auflösungen von Rückstellungen im Vorjahr entfielen.


Mit 106,0 Mio. Euro (Vorjahr: 107,6 Mio. Euro) ergab sich damit eine um 1,6 Mio. Euro gesunkene betriebliche Gesamtleistung.


Der Materialaufwand stieg um 4,7 % bzw. 1,6 Mio. Euro auf 34,8 Mio. Euro, im Wesentlichen geprägt durch den Anstieg der Aufwendungen für IT-Dienstleistungen im Zuge der weiteren Konsolidierung sowie der umsatzgetriebenen Honoraraufwendungen der Wachstumsfelder wie z.B. dpa-Video.


Im Jahr 2023 reduzierte sich der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr um rund 1,8 Mio. Euro von 62,7 Mio. Euro auf 60,9 Mio. Euro.