Mit der Veröffentlichung von eigenen KI-Guidelines hat sich die Agentur dem Thema künstliche Intelligenz frühzeitig geöffnet. Damit signalisiert die dpa, dass das Unternehmen der neuen Technologie aufgeschlossen gegenübersteht und das Engagement für und die Beschäftigung mit KI und Large Language Models intensiv fördert. Über allem steht aber das gemeinsame Verständnis, dass KI zwar eingesetzt wird, aber die finale Entscheidung darüber, was die dpa publiziert, weiterhin beim Menschen liegt. Mit Hilfe einer KI-Intrapreneurship-Infrastruktur stellt die dpa sicher, dass Kenntnisse, Projekte und Know-how rund um die Technologie auf möglichst vielen Schultern verteilt und effektiv kanalisiert werden. Gesteuert und koordiniert werden alle Aktivitäten von der neu geschaffenen Funktion eines KI-General Managers. Teil der Infrastruktur sind darüber hinaus KI-Contributors und KI-Unit Manager, die ihr Wissen beisteuern und den Austausch zwischen den verschiedenen Bereichen sicherstellen. Insgesamt geht die dpa davon aus, dass künstliche Intelligenz das Potenzial hat, das News-Geschäft und die Arbeitsweise von Nachrichtenagenturen weitreichend zu beeinflussen und zu verändern. Die Tatsache, dass die KI-Aktivitäten von Geschäftsführung und Chefredaktion gemeinsam gesteuert werden, unterstreicht diese Sichtweise.
Die dpa hat mit verschiedenen Personalentscheidungen in Führungspositionen die strategische Grundausrichtung der Agentur untermauert. Durch die Neubesetzung der Stellvertretenden Chefredakteurin und Chefin Strategie in der Redaktion soll die Transformation der Agentur weiter vorangetrieben und zusätzliche Einsatzmöglichkeiten etwa von künstlicher Intelligenz für die dpa entwickelt werden. Darüber hinaus wurde die Geschäftsführung der news aktuell neu besetzt, die die immense wirtschaftliche Bedeutung der dpa-Tochtergesellschaft absichern und ausbauen soll. Außerdem wurden weitere Stellen besetzt bzw. neu geschaffen, um strategische Tätigkeitsfelder weiterzuentwickeln.
Eine immer größere Rolle nehmen die Faktencheck-Aktivitäten der dpa ein – und zwar sowohl im strategischen als auch im wirtschaftlichen Sinn. Zahlreiche Projekte und Initiativen zeigen auf, dass die Expertise der dpa als wichtiger Beitrag am Markt und für die Gesellschaft geschätzt wird. So hat das Faktencheck-Netzwerk EFCSN (European Fact-Checking Standards Network) die Agentur als zertifiziertes Mitglied aufgenommen. Die dpa wurde damit als eine der ersten Medienorganisationen in Europa als vertrauenswürdige Faktencheck-Organisation eingestuft und erfüllt die EFCSN-Standards für Unabhängigkeit, Transparenz und Genauigkeit. Weiterhin beteiligte sich die dpa an der Plattform Fakten-gegen-Fakes.de, die es Bürgerinnen und Bürgern leichter macht, Falschbehauptungen und Desinformations-Kampagnen zu erkennen. Außerdem hat die dpa zusammen mit MediaWise ein „Teen Fact-Checking Network“ aufgebaut, in dem Jugendliche Behauptungen prüfen und ihr Wissen mit Gleichaltrigen teilen. Auch im Rahmen des Projekts „Think Twice“ engagiert sich die dpa für die Eindämmung von Desinformation und hat eine Videoserie mit Medienkompetenz-Tipps im Social-Media-Format produziert.
Das erfolgreiche Programm „Faktencheck 23“ nimmt eine große Bedeutung für das Verifikations-Know-how der gesamten Medienbranche ein. Gefördert von Google hat die dpa Hunderte von Journalistinnen und Journalisten in Fertigkeiten wie Foto-Rückwärtssuche, Geo-Location oder Video-Verifikation geschult. Seit Start des Programms 2021 haben bereits rund 3.000 Medienschaffende daran teilgenommen – größtenteils aus den Häusern der dpa-Gesellschafter. Ein spezieller Schwerpunkt 2023 war das Erkennen von KI-generierten Medieninhalten wie Deepfake-Videos, -Stimmen und -Texten.
Ebenfalls von branchenübergreifender Relevanz ist die erfolgreiche Dateninitiative DRIVE. Gemeinsam von dpa und der Beratungsgesellschaft Highberg (ehemals Schickler) 2020 ins Leben gerufen, unterstützt die „Digital Revenue Initiative“ Zeitungsverlage beim Aufbau tragfähiger digitaler Erlösmodelle. Mittlerweile nutzen mehr als 25 Verlage und Verlagsgruppen mit über 50 Titeln die von DRIVE bereitgestellten Daten-Analysen und KI-Algorithmen, um die Nutzung ihrer Digitalangebote zu steigern und mehr Abos zu gewinnen. Mit der NOZ/mh:n-Mediengruppe (u. a. Neue Osnabrücker Zeitung, Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag), der Medienholding Süd in Stuttgart (u. a. Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, Schwarzwälder Bote), der Mediengruppe Atenkoffer (Straubing) und den Badischen Neuesten Nachrichten (Karlsruhe) haben sich weitere führende regionale Verlage dem Kooperationsprojekt angeschlossen.
Ein besonderes Augenmerk galt den Vorbereitungen für das „Jahr der Nachricht 2024“. In dem Bewusstsein, dass sich insbesondere junge Menschen zunehmend von den klassischen journalistischen Formaten fernhalten, haben die rund 50 Partner der Nachrichtenkompetenz-Initiative #UseTheNews eine bundesweite Kampagne erarbeitet. Während die Zunahme von Desinformationen in den sozialen Medien zu Verunsicherung und Misstrauen gegenüber Nachrichten beiträgt, wollen die dpa und ihre Partner auf die Bedeutung von vertrauenswürdigen Informationen aufmerksam machen und vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen für den sicheren Umgang mit Nachrichten werben. Das „Jahr der Nachricht“ wird von einer breiten Allianz von privaten und öffentlichen Partnern unterstützt und ruht auf vier maßgeblichen Säulen: einer Kommunikationskampagne unter dem Slogan „Nachrichten, die stimmen statt Stimmung machen“, einem Social News Desk, der täglich ein Nachrichtenthema aufbereitet, regionalen Newscamps, bei denen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, digitalen Journalismus zum Anfassen zu erleben, sowie Kooperationsprojekten zwischen Partnerschulen und Lokalredaktionen.