2. Geschäftsverlauf
Die Deutsche Presse-Agentur blickt auf ein erfolgreiches und richtungweisendes Jahr 2023 zurück. Wichtige Weichen für die Zukunft von Deutschlands größter Nachrichtenagentur konnten gestellt werden. Allerdings haben die anhaltenden Kriege in Gaza und in der Ukraine in Kombination mit der Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten die dpa im Jahresverlauf vor zahlreiche Herausforderungen gestellt. Die Agentur hat sich erfolgversprechend weiterentwickelt und viele ihrer Ziele erreicht. Konsequentes Kostenmanagement, stabile Umsätze im Kerngeschäft sowie gute Ergebnisse in den Wachstumsmärkten haben für eine insgesamt positive Bilanz gesorgt. Von besonderer Bedeutung hierbei ist, dass mittlerweile sämtliche dpa-Kunden von den Verlagen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bis zum privaten Hörfunk im 2020 eingeführten Preismodell auf Basis einer integrierten Print- und Online-Reichweite abgerechnet werden. Die damit erreichten Effekte tragen einen wichtigen Teil zur wirtschaftlichen Stabilität der Agentur bei.
Erneut hat es die dpa mit einem außerordentlich nachrichtenstarken Jahr zu tun gehabt. Die Parallelität der Kriege in Gaza und in der Ukraine und die daraus resultierenden politischen und gesellschaftlichen Ereignisse in Deutschland und der Welt haben die Journalistinnen und Journalisten der dpa stark gefordert. Ampelstreit, Heizungsgesetze und die Auswirkungen des Klimawandels haben ebenfalls viele redaktionelle Kapazitäten in Anspruch genommen. Mit Hilfe detaillierter Planung und im engen Austausch mit den Kunden hat die dpa die vielschichtigen Erwartungen in Text, Bild, Ton und Video erfüllt und einen wesentlichen Beitrag für die erfolgreiche Berichterstattung deutscher und internationaler Medien geleistet.
Die Entwicklung der dpa im Jahr 2023 war geprägt von drei maßgeblichen Themen: dem Einzug der Zentralredaktion in den neuen Berliner Newsroom in der Rudi-Dutschke-Straße, der Finalisierung der Produktionsinfrastruktur Rubix sowie der Beschäftigung mit zu erwartenden Auswirkungen von künstlicher Intelligenz und Large Language Models auf die zukünftige Arbeit der Nachrichtenagentur.
Seit Mitte des Jahres schlägt das redaktionelle Herz der dpa in einem neuen Newsroom. Wesentlich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie entwickelt, bilden die Räumlichkeiten in der ehemaligen Axel-Springer-Passage die heutigen Erfordernisse der Branche ab: Multimedialität, Digitalität und dezentrales Remote-Arbeiten in einer großen Nachrichtenorganisation. Ein Studio, in dem Bewegtbild in TV-Qualität produziert werden kann, sowie Möglichkeiten, professionelle Podcasts und Audiostücke aufzunehmen, gehören zu den wesentlichen Innovationen. War die Arbeit der Agentur lange Zeit von Text dominiert, so wächst der Anteil multimedialer Inhalte mittlerweile stetig. Mit den neuen Räumlichkeiten hat die dpa einen weiteren entscheidenden Schritt auf dem Weg zu „Digital First“ gemacht.
Der Newsroom, im Erdgeschoss vom sogenannten Atrium dominiert, ist ebenso Begegnungsfläche wie Arbeitsort. Dort finden Austausch und Information statt, werden Ideen und Innovationen geboren. Es herrscht ein kreatives, helles Umfeld mit Shared Desks, Rückzugsräumen und Kaffeebar. Der Newsroom soll ein Ort sein, in den die Beschäftigten gerne eintauchen und den modernen Journalismus des 21. Jahrhunderts gestalten.
Parallel zur Etablierung des Newsrooms ist auch die Entwicklung des neuen Produktionssystems Rubix entscheidend vorangeschritten und konnte 2023 in wesentlichen Teilen abgeschlossen werden. Während die Ressorts Sport und Kindernachrichten bereits im Jahresverlauf auf Rubix umgestiegen sind, zog der Rest des Basisdienstes im Januar 2024 nach. Seitdem wird die Produktion der dpa-Inhalte Zug um Zug auf das neue System umgestellt. Rubix ist dabei mehr als nur eine Software. Rubix steht für die grundlegende Veränderung der Arbeitsprozesse bei der dpa und setzt einen klaren Fokus auf das digitale Publizieren. Es ermöglicht die team- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Thema und spart Zeit und Ressourcen bei der Abstimmung.