Geschäftsbericht
2022
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3. Lage

Ertragslage


Die dpa hat sich 2022 weitgehend entlang der Erwartungen entwickelt und konnte in einigen Geschäftsfeldern sogar leicht zulegen. Ein Großteil des Umsatzzuwachses entstammt dabei aus der Verschmelzung von Zentralbild auf die dpa-Muttergesellschaft. 

Mit einem Jahresüberschuss von 1,2 Mio. Euro wurde die Prognose nur knapp verfehlt, diese beruhte allerdings auf einem um 2,0 Mio. Euro geringeren Planwert der Sonderzuführung zur dpa-Unterstützungskasse. Ohne diesen Effekt wäre das Ergebnis entsprechend höher ausgefallen.


Der Umsatz der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH erhöhte sich 2022 um 2,2 Mio. Euro oder 2,2 % auf 103,2 Mio. Euro. Damit wurde der Prognosewert trotz teils noch spürbarer Einflüsse der Corona-Pandemie erreicht. Wesentliche Einflussfaktoren waren dabei die Verschmelzung der Fotoagentur Zentralbild GmbH (kurz: Zentralbild) auf die dpa, spürbare Erlöszuwächse im Nicht-Medien-Bereich sowie erhöhte Kostenerstattungen aus Dienstleistungen für dpa-Tochtergesellschaften.


Trotz weiterhin rückläufiger Auflagenhöhen im Printbereich ist es nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Umstellung der Kunden auf das neue Preismodell gelungen, die Umsätze der klassischen Nachrichtendienste weitestgehend stabil zu halten, allerdings mit leichten Verschiebungen innerhalb der Dienste. Auch bei den fremdsprachigen Nachrichtendiensten konnte nach einem Rückgang im Vorjahr wieder ein leichtes Wachstum generiert werden. Ebenso konnte sich der Profildienst dpa-Select in 2022 gut behaupten und abermals Erlöszuwächse verzeichnen.  


Im Bildbereich war der Aktuelle Bildfunk ebenfalls von den Auflagenrückgängen betroffen, aber auch hier zeigte das neue Preismodell die erwarteten Dämpfungseffekte. Gepaart mit der Gewinnung einiger Neukunden konnte der Umsatz sogar um 0,2 Mio. Euro gesteigert werden.


Im anhaltend schwierigen Segment der Bild-Zweitvermarktung ist es gelungen, trotz des teils dramatischen Preisverfalls sowie Corona-bedingt geringeren Abrufzahlen den bisherigen Umsatz zu stabilisieren und im Zuge der oben erwähnten Verschmelzung mit Zentralbild einen um 1,2 Mio. Euro erhöhten Wert von nunmehr 7,5 Mio. Euro ausweisen zu können.


Weniger erfreulich entwickelten sich die Umsätze der neuen Produktfelder, die erstmals nach vielen Jahren des Wachstums einen Rückgang von 0,6 Mio. Euro ausweisen, der mit 0,5 Mio. Euro im Wesentlichen auf einen Einbruch des Videogeschäfts im Zuge der Ukraine-Krise und einer dadurch monothematischen Themensetzung zurückzuführen ist. Hier zeichnete sich erst zum Ende des abgelaufenen Jahres eine leichte Verbesserung der Lage ab. 


Der Umsatz aus Technik und Übermittlung erhöhte sich mit 0,1 Mio. Euro nur unwesentlich und belief sich insgesamt auf 1,7 Mio. Euro. Beim Handelsgeschäft, speziell dem Vertrieb der Partnerprodukte von AP und dpa-AFX, konnte ein Umsatzanstieg von 0,2 Mio. Euro auf nunmehr 4,2 Mio. Euro erzielt werden. 


Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich deutlich um 2,6 Mio. Euro auf 4,3 Mio. Euro, wobei allein 1,6 Mio. Euro auf den Verschmelzungsgewinn Zentralbild und weitere 0,7 Mio. Euro auf die Auflösung von verschiedenen Rückstellungen entfielen.


Mit 107,6 Mio. Euro (Vorjahr: 102,6 Mio. Euro) ergab sich damit eine um 5,0 Mio. Euro gestiegene betriebliche Gesamtleistung.


Nach einer deutlichen Erhöhung im Vorjahr blieb der Materialaufwand mit einem Rückgang von 0,7 % bzw. 0,2 Mio. Euro auf 33,2 Mio. Euro nahezu konstant, im Wesentlichen geprägt durch die entfallenden Bildhonorare aufgrund der Verschmelzung von Zentralbild, die den Anstieg der Aufwendungen für IT-Dienstleistungen sowie der umsatzgetriebenen Honoraraufwendungen der Wachstumsfelder und des Handelsgeschäfts in Höhe von insgesamt 0,9 Mio. Euro sogar etwas überkompensierten.


In 2022 erhöhte sich der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr um rund 2,2 Mio. Euro von 60,6 Mio. Euro auf 62,8 Mio. Euro.