2. Geschäftsverlauf
Insgesamt blickt die dpa auf ein erfolgreiches und zukunftsgewandtes Jahr zurück – trotz Pandemie-Nachwirkungen und den wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Die Entwicklung der Agentur verlief nach Plan und kann zusammenfassend als stabil bezeichnet werden. Das weiterhin konsequente Kostenmanagement zusammen mit konstanten Umsätzen im Kerngeschäft sowie erneute Fortschritte in den Wachstumsmärkten halten die dpa auf sicherem Kurs.
Die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine haben die dpa im Berichtsjahr intensiv beschäftigt. Trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen in Russland und der oft gefährlichen Lage vor Ort in der Ukraine ist es der Deutschen Presse-Agentur gelungen, eine kontinuierliche und verlässliche Nachrichtenaufbringung sicherzustellen. Die Korrespondentinnen und Korrespondenten in den Hauptstädten der Welt haben die dichte Nachrichtenlage zusammen mit den Kräften in Deutschland sehr gut gemeistert. Dank umsichtiger Planung und dem Engagement der Redaktion konnte die dpa die vielschichtigen Erwartungen an eine internationale Nachrichtenagentur stets erfüllen.
Von übergreifender Bedeutung für die gesamte dpa-Gruppe war auch das Abschwächen der Corona-Pandemie. Auch wenn die Corona-Schutzmaßnahmen von Geschäftsführung und Chefredaktion noch nicht vollständig aufgehoben werden konnten, gingen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in wachsender Zahl wieder ihren Aufgaben in den Büros der verschiedenen Standorte nach. Eine dezentrale Organisation der Teams und das weitverbreitete Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus werden auch über das Ende der Pandemie hinaus fester Bestandteil der Neuen Arbeitswelten sein.
Neben der aktuellen Lage in der Ukraine und ihren Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat sich die dpa im Geschäftsjahr 2022 mit zahlreichen Projekten und Initiativen beschäftigt. Im Mittelpunkt stand dabei erneut der langfristig angelegte Transformationsprozess „Magic Marketplace“ – also das Konzept einer übergreifenden und vernetzten digitalen Plattform, auf der mit Hilfe der dpa ID auf die Dienste der Agentur und auf Dienste externer Partner zugegriffen werden kann. Mittlerweile verfügen rund 30.000 Medienschaffende und Kommunikationsprofis über eine dpa ID. Neben den Unternehmen Zazu und 23° Grale ist zuletzt auch der Service dpa ePaper hinzugekommen.
Die gesunde wirtschaftliche Basis, auf der die Innovations- und Investitionsprojekte der dpa ruhen, konnte im Jahresverlauf durch den Wechsel weiterer Kunden in das neue Preismodell gestärkt werden. Mittlerweile beziehen 86 % der Tageszeitungsverlage dpa-Dienste auf Basis einer integrierten Print- und Online-Reichweite. Auch im Bereich der privaten Radiostationen greift das neue Preismodell bei mittlerweile mehr als drei Viertel aller Kunden (76 %). Für 2023 stehen weitere Wechsel auf der Agenda. Die Einführung der neuen Berechnungsgrundlage kann als ein nachhaltig und langfristig wirkender Erfolg gewertet werden.
Ein weiteres wesentliches Change-Projekt der dpa ist der neue Newsroom in Berlin. Konzeptionelle Vorarbeiten, Organisationsentwicklung, Planung und Beschaffung sowie konkrete bauliche Maßnahmen haben die Agenda im Berichtsjahr 2022 bestimmt. Der Newsroom, nur wenige Schritte vom bisherigen Standort in der Markgrafenstraße entfernt, bildet die aktuellen Anforderungen an einen zeitgemäßen journalistischen Arbeitsort und an den voranschreitenden Medienwandel ab. Die dpa hat die Newsroom-Idee der 2010er Jahre in zahlreichen Aspekten weiterentwickelt und auf eine dezentrale Arbeitswelt übertragen, in der eine Vielzahl der Beschäftigten von zu Hause aus oder an anderen Orten arbeitet. Die neue Zentralredaktion in der Rudi-Dutschke-Straße ist ein moderner Produktionsraum für multimediale Inhalte (Audio- und Video-Studios), Begegnungsstätte für die Beschäftigten, Arbeitsort mit Shared-Desks, die bei Bedarf genutzt werden können, sowie Schaufenster und Ankerraum für Kunden und Partner der Agentur.