Geschäftsbericht
2021
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3. Lage

Ertragslage


Der Umsatz der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH erhöhte sich 2021 um 7,1 Mio. Euro oder 7,6 % auf 101,0 Mio. Euro. Damit wurde der Prognosewert trotz anhaltend spürbarer Einflüsse der Corona-Pandemie deutlich übertroffen. Wesentliche Einflussfaktoren waren dabei die erstmals ganzjährige Auswirkung vom Zukauf des Videogeschäfts der TeleNewsNetwork (TNN), die Verschmelzung der dpa-digital services GmbH (kurz: dpa-ds) auf die dpa, die Bündelung aller technischen Erlöse aus der Übermittlung des dpa-Basispakets bei der Muttergesellschaft, ein erneut hoher Erlöszuwachs des relativ neuen Angebots Custom Content sowie erhöhte Kostenerstattungen aus Dienstleistungen für dpa-Tochtergesellschaften.

Neben den absehbaren Erlösrückgängen beim dpa-Basisdienst und den Landesdiensten durch weiterhin rückläufige Auflagenhöhen im Printbereich ist es auch bei den fremdsprachigen Auslandsdiensten nicht gelungen, das Umsatzniveau des Vorjahres zu halten. Der Profildienst dpa-Select sowie die Termindienste um dpa-Agenda haben sich 2021 gut behauptet und konnten jeweils Erlöszuwächse verzeichnen.  

Im Bildbereich war der Aktuelle Bildfunk ebenfalls von den Auflagenrückgängen betroffen, der Umsatz konnte mit 8,6 Mio. Euro aber knapp über dem Vorjahresniveau gehalten werden.

Im anhaltend schwierigen Segment der Zweitvermarktung von Bildern ist es hingegen gelungen, trotz des teils dramatischen Preisverfalls sowie Corona-bedingt geringeren Abrufzahlen den Umsatz nicht nur zu stabilisieren, sondern gemeinsam mit den Tochtergesellschaften picture alliance und Zentralbild einen Umsatzanstieg zu realisieren.

Mehr als erfreulich entwickelten sich abermals die Umsätze der neuen Produktfelder mit einem Zuwachs von 5,1 Mio. Euro, im Wesentlichen getrieben von dem bereits erwähnten Zukauf des TNN-Videogeschäfts im Juli 2020, der Integration des Digitalen Publishings durch die Verschmelzung der dpa-ds sowie dem weiterhin hohen Wachstum beim Angebotsspektrum der Custom-Content-Redaktion in Hamburg.

Der Umsatz aus Technik und Übermittlung erhöhte sich durch die Bündelung aller entsprechenden technischen Erlösanteile des dpa-Basispakets bei der Muttergesellschaft 2021 plangemäß um 0,5 Mio. Euro, im gleichen Zug sind allerdings auch die technischen Kosten in nahezu gleicher Höhe gestiegen.  

Die sonstigen betrieblichen Erträge blieben mit 1,7 Mio. Euro im Saldo nahezu gleich, wobei leicht rückläufige EU-Projektfördermittel und gesunkene Erlöse aus Anlagenabgängen durch die erhöhte Auflösung von Rückstellungen überkompensiert werden konnten.

Mit 102,6 Mio. Euro (Vorjahr: 95,4 Mio. Euro) ergab sich damit eine um 7,2 Mio. Euro gestiegene betriebliche Gesamtleistung.

Der Materialaufwand stieg um 12,5 % bzw. 3,7 Mio. Euro auf 33,5 Mio. Euro, im Wesentlichen geprägt durch die ins Berichtsjahr verschobenen sportlichen Großveranstaltungen und die damit einhergehenden Sonderaufwendungen, die vollständige Integration des Videogeschäfts von TNN sowie des Digital-Publishing-Geschäfts der dpa-ds, gestiegene Honorare im Fotobereich entsprechend der erhöhten Bildzweitverkäufe sowie umsatzgetriebene Honoraraufwendungen der benannten Wachstumsfelder.

In 2021 erhöhte sich auch der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr und stieg um insgesamt ­
3,7 Mio. Euro von 56,9 Mio. Euro auf 60,6 Mio. Euro. 

Leicht rückläufigen Ausgaben für Gehaltszahlungen aufgrund eines Rückgangs der Beschäftigtenzahlen um neun Planstellen im Jahresdurchschnitt sowie wegfallenden Einmalaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Vorjahr stehen dabei im Wesentlichen eine um 3,5 Mio. Euro erhöhte Sonderzuführung zur dpa-Unterstützungskasse sowie Effekte aus der im Tarifabschluss vereinbarten Einmalzahlung gegenüber. Letztere kam zwar erst im Jahr 2022 zur Auszahlung, wurde aber bereits 2021 im Zuge einer Rückstellung ergebniswirksam gebucht.