LAGEBERICHT
I. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS
Gegenstand des Unternehmens ist die Sammlung, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten, Bildmaterial, Audios, Grafiken und Videos jeder Art. Zu diesem Zweck garantiert ein enges Netz von Redaktionen und Korrespondentenbüros in Deutschland und der Welt eine eigene Nachrichtenbeschaffung, und zwar unparteiisch und unabhängig von Weltanschauungsfragen, Wirtschafts- und Finanzgruppen oder Regierungen. So schreibt es der Gesellschaftsvertrag der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH vor. Daran fühlen sich Unternehmensleitung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen gebunden.
Die dpa beliefert mit diesem Material alle Arten von Medien: Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunksender und Onlineangebote. Auch Institutionen, Organisationen und Unternehmen gehören zu den Kunden von Deutschlands größter Nachrichtenagentur und stellen neben den Medien wichtige Ertragssäulen dar.
Mit seinen Diensten ist das Unternehmen im Wesentlichen im Inland tätig. Aus dem Inlandskundenkreis stammen auch die rund 170 Gesellschafter der dpa. Dazu werden im Ausland inzwischen in mehr als hundert Ländern dpa-Dienste angeboten und vertrieben, sowohl in deutscher Sprache als auch auf Arabisch, Englisch und Spanisch sowie auf Französisch, Polnisch und Russisch. Dadurch trägt die dpa dazu bei, deutsche Themen und die deutsche Perspektive im Ausland zu verbreiten sowie die wichtigen Werte der Pressefreiheit und Unabhängigkeit zu fördern.
II. WIRTSCHAFTSBERICHT
1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stand 2021 erneut im Zeichen der Pandemie. Trotzdem hat sich die Wirtschaft gegenüber dem Vorjahr spürbar erholt, konnte aber nicht das Vorkrisenniveau erreichen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) fiel das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2021 um 2,7 % höher aus als im Vorjahr (–4,6 %). Gegenüber 2020, das zum Teil massive Rückgänge der Produktion gezeigt hat, hat sich die Wirtschaftsleistung 2021 in fast allen Wirtschaftsbereichen erhöht. So berichtet das Statistische Bundesamt von Zuwächsen bei den Exporten (+9,4 %) und bei den Importen (+8,6 %). Die Beschäftigtenzahlen blieben 2021 auf einem etwa gleichbleibenden Niveau.
Trotz in weiten Teilen rückläufiger Auflagenzahlen im Printbereich ist der Kernmarkt der Deutschen Presse-Agentur grundsätzlich stabil geblieben. Die positive Entwicklung vieler digitaler Angebote kann als ermutigendes Signal für die Zukunft der Branche gewertet werden. Die Corona-Pandemie hat an vielen Stellen für Beschleunigungseffekte bei der digitalen Transformation gesorgt.
Laut Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) erreichten die deutschen Zeitungen 2021 mit 50,4 % nur noch etwa die Hälfte der Bevölkerung (2020: 52 %). Die Gesamtreichweite der Blätter lag bei 35,6 Millionen Leserinnen und Lesern ab 14 Jahren und damit erneut unter Vorjahr (36,8 Millionen). Mit 29 Millionen Leserinnen und Lesern (gegenüber 29,9 Millionen im Vorjahr) blieben die regionalen Abozeitungen das Medium mit der höchsten Reichweite. Auch bei den Kaufzeitungen gingen die Zahlen 2021 zurück. Die Blätter wurden täglich von 8,7 Millionen Menschen gelesen (2020: 8,9 Millionen). Die überregionalen Abo-Zeitungen verharren auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. 2021 griffen täglich 3,6 Millionen Menschen bei dieser Mediengattung zu (2020: 3,7 Millionen).
Die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.) bestätigt den Trend der vergangenen Jahre: Während die Printauflagen 2021 weiter gesunken sind, fanden ePaper- und Paid-Content-Angebote im vergangenen Jahr erneut wachsenden Zuspruch. So stiegen die Verkäufe von elektronischen Tageszeitungen im Vergleich zum Vorjahr im vierten Quartal 2021 um 11,62 % (2021: 2,06 Millionen Exemplare, 2020: 1,84 Millionen Exemplare). Ebenso ist ein spürbares Plus beim Verkauf der ePaper-Ausgaben von Wochenzeitungen zu sehen. Mit 0,29 Millionen Exemplaren (2020: 0,23 Millionen Exemplare) im Schlussquartal 2021 ging rund ein Viertel an Ausgaben mehr an die Leserinnen und Leser.
Die gedruckten Tageszeitungen sehen sich weiterhin mit einem Auflagenrückgang konfrontiert. Allerdings fiel dieser etwas geringer aus als im Vorjahr und lag im vierten Quartal 2021 bei 3,72 %. Im Vorjahresquartal waren es noch 5,57 % gewesen. Die Publikumspresse hat laut IVW ebenfalls weiterhin mit einem Auflagenrückgang zu kämpfen. So sieht das Schlussquartal 2021 ein Minus von 5,52 % in den Gesamtverkäufen.
Insgesamt weisen die Indikatoren klar in Richtung Digitalisierung. So berichtet eine Studie des BDZV mit dem Titel „E-Paper-Qualitäten 2021“, dass mittlerweile gut ein Viertel der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger die elektronische Version einer Zeitung nutzen würden. Insbesondere junge und gebildete Zielgruppen würden die E-Paper zu schätzen wissen. Man könne digitale Ausgaben insgesamt besser lesen, wann und wo man möchte (78 %). E-Paper seien außerdem auch insgesamt einfacher zu nutzen (63 %).