Geschäftsbericht
2020
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Auch die sonstigen betrieblichen Erträge gingen leicht von 1,7 Mio. Euro auf 1,5 Mio. Euro zurück, im Wesentlichen geprägt durch etwas geringere Auflösungen von Rückstellungen als im Vorjahr.

Mit 95,4 Mio. Euro (Vorjahr: 94,6 Mio. Euro) ergab sich damit eine um 0,8 Mio. Euro gestiegene betriebliche Gesamtleistung.

Der Materialaufwand konnte mit einem Gesamtvolumen von 29,8 Mio. Euro auf Vorjahresniveau gehalten werden, im Wesentlichen begründet durch den Wegfall der Sonderaufwendungen für die abgesagten sportlichen Großveranstaltungen in 2020, gezielte Einsparungen im Zuge der Corona-Krise und deutlich geringere Honorare im Fotobereich entsprechend der gesunkenen Bildzweitverkäufe. Die dabei erzielten Kosteneinsparungen konnten die gestiegenen und im Wesentlichen umsatzgetriebenen Aufwendungen der Wachstumsfelder nahezu kompensieren.

In 2020 erhöhte sich der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr um rund 1,6 Mio. Euro von 55,3 Mio. Euro auf 56,9 Mio. Euro. 

Von dem insgesamt noch etwas höheren Kostenanstieg entfielen 0,6 Mio. Euro auf den personellen Ausbau der Wachstumsprodukte, 0,5 Mio. Euro auf höhere Zuführungen zur U-Kasse, 0,5 Mio. Euro auf gestiegene Einmalaufwendungen für den kontinuierlichen Umbau der Redaktionsstrukturen und etwa 0,6 Mio. Euro auf die Auswirkungen von tariflichen Gehaltsanpassungen. Gegenläufig und damit kostenmindernd wirkten sich der gezielte Abbau von Resturlaubstagen und die damit verbundene Absenkung der entsprechenden Rückstellungen, die leicht rückläufige Zahl der Beschäftigten sowie weitere Einspareffekte aus laufenden Strukturprojekten von Redaktion und Verwaltung aus.

Auch die Aktivitäten des Personalbereichs waren im Berichtsjahr geprägt durch die Auswirkungen der Pandemie. Schon im ersten Quartal rückten Hygienekonzepte in den Mittelpunkt. Der bestmögliche Schutz der Gesundheit unserer Beschäftigten war und ist dabei unser oberster Grundsatz. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden die Konzepte unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und ausgerichtet auch auf die einzelnen Beschäftigtengruppen ausgearbeitet. Dies erfolgte in enger Abstimmung mit externen Experten und den Betriebsratsgremien. Zudem wurden sie laufend den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Rück­blickend können wir feststellen, dass diese Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielt haben. 

Im Zusammenhang mit der Umstrukturierung des Englischen Dienstes wurden Personalmaßnahmen erforderlich, mit deren möglichst sozialverträglicher Umsetzung Ende des Jahres begonnen werden konnte. 

Aber auch auf der kollektivrechtlichen Seite gab es vielfältige Aktivitäten. Schnell wurden Wege gefunden, die durch veränderte Bedingungen erforderlichen Anpassungen im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Gremien vorzunehmen. Bei der dpa-IT GmbH (vormals dpa media­technology GmbH) wurde, erstmals in der dpa-Gruppe, ein neuer Tarifvertrag im Rahmen von Video­konferenzen verhandelt. Auf der Ebene des Konzernbetriebsrats war Kurzarbeit ein zentrales und zugleich facettenreich diskutiertes Thema. Aber auch hier konnte – rein vorsorglich – am Ende eine interessengerechte Betriebsvereinbarung abgeschlossen werden. 

Im Berichtsjahr wurden mit dem Konzernbetriebsrat zudem Verhandlungen mit dem Ziel aufgenommen, die Rahmenbedingungen für neue Arbeitswelten zu gestalten. Die Pandemie hat die sich schon in den vergangenen Jahren abzeichnende Tendenz, dass auch für traditionelle Bürotätigkeiten nicht mehr nur das Büro als ausschließlicher Ort der Arbeitsleistung anzusehen ist, stark beschleunigt. Die Mehrzahl der in einer Nachrichtenagentur auszuübenden Tätigkeiten kann, zumindest partiell, auch „von unterwegs“ ausgeübt werden. Davon können grundsätzlich alle Beteiligten profitieren. Daraus ergeben sich Möglichkeiten, Büroflächen neu zu gestalten und so Raum für moderne Arbeitsweisen zu schaffen.