Geschäftsbericht
2020
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Die dpa steht vor der Herausforderung, ihre Services und Workflows permanent an die Transformation der Medienbranche anzupassen, um den Kunden Dienste mit hohem Nutzwert bereitzustellen. Dazu gehört auch die Konzeption und Schaffung einer neuen Produktionsplattform für Texte, Bilder, Videos und andere Inhalte. Rubix wird perspektivisch das Redaktionssystem INES ablösen, ist jedoch in Summe viel mehr als nur ein IT-Projekt. Mit modularer Software-Architektur baut die dpa eine Produktionsplattform, auf der immer wieder neue Produkte hergestellt, miteinander vernetzt und an andere Systeme angebunden werden können. Unter der Maxime „Digital First“ ermöglicht Rubix eine organisations- und teamübergreifende Kollaboration der Journalistinnen und Journalisten. Dateninformiertes Arbeiten, eine erhöhte Effizienz in der Wertschöpfungskette sowie eine vereinfachte und schnellere Herstellung neuer Produkte und deren Auslieferung sind die Ziele des Projekts. 

Ein weiteres wesentliches – und in Teilen auch schmerzvolles – Projekt stellte die Umstrukturierung des Englischen Dienstes dar, der seit 1957 besteht und von Desks in Berlin und Sydney gesteuert wird. Die Agentur reagierte damit auf die Tatsache, dass der Dienst seit Jahren hohe Defizite erwirtschaftet hat. Im engen Austausch mit den Kunden wurde das Profil geschärft. Neben der Berichterstattung über die wichtigsten Ereignisse weltweit fokussiert sich der Dienst nun auf das Geschehen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Kombiniert mit einem breiten Angebot an Berichten aus der und über die EU, EU-Beitrittskandidaten und Großbritannien. Die Neustrukturierung machte es allerdings auch notwendig, die Zahl der Beschäftigten des Englischen Dienstes um etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu reduzieren.


3. Lage

Ertragslage


Der Umsatz der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH erhöhte sich 2020 um 1,0 Mio. Euro oder 1,0 % auf 93,9 Mio. Euro. Damit wurde der Prognosewert trotz teils deutlich spürbarer Einflüsse der Corona-Pandemie nahe­zu erreicht. Wesentliche Einflussfaktoren waren dabei der Zukauf des Videogeschäfts der TeleNewsNetwork (TNN) sowie erneut ein erfreulicher Erlöszuwachs des relativ neuen Produkts Custom Content.

Trotz absehbarer Erlösrückgänge durch weiterhin sinkende Auflagenhöhen im Printbereich und leicht rückläufiger Umsätze bei den Auslandsdiensten konnte der Umsatz im Bereich der Textdienste durch Abschluss von Verträgen auch außerhalb des klassischen Medienbereichs insgesamt leicht gesteigert werden. Der Profildienst dpa-Select sowie die Angebote von dpa-Audio konnten 2020 mit einem Plus von jeweils rund 0,3 Mio. Euro die größten Erlöszuwächse verzeichnen.  

Im Bildbereich war der Aktuelle Bildfunk ebenfalls von den Auflagenrückgängen betroffen, der Umsatz konnte mit 8,5 Mio. Euro aber nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden. 

Deutlich angespannter stellte sich die Situation im ohne­hin schwierigen Segment der Zweit­vermarktung von Bildern dar, wo mit einem Erlösrückgang von 1,0 Mio. Euro die größten Auswirkungen der Corona-Krise spürbar wurden. Neben deutlich geringeren Abrufzahlen nahmen auch der Preisverfall sowie der Kostendruck auf Kundenseite noch einmal merklich zu.

Erfreulich entwickelten sich dagegen die Umsätze der neuen Produktfelder mit einem Zuwachs von 1,5 Mio. Euro, im Wesentlichen getrieben vom bereits erwähnten, unterjährigen Zukauf des TNN-Videogeschäfts nebst Integration beim dpa-Videoservice sowie weiterem Wachstum beim Angebotsspektrum der Custom-Content-Redaktion in Hamburg.

Die Erlöse für Technik und Übermittlung sanken erwartungsgemäß geringfügig, liegen aber nach wie vor bei 1,2 Mio. Euro.