Geschäftsbericht
2020
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Grußwort der Geschäftsführung

Peter Kropsch, Vorsitzender der dpa-Geschäftsführung


Sehr geehrte Damen und Herren, 
liebe Freundinnen und Freunde der dpa,

ich bin sehr erleichtert, Ihnen unseren Jahresbericht in dieser Form vorlegen zu können. Die Zahlen unterscheiden sich nicht signifikant von jenen der Vorjahre. Die dpa- Gruppe ist gewachsen. Das Ergebnis ist stabil positiv. Trotz allem. Das ist aber auch das einzig Normale, was sich zum Geschäftsjahr 2020 berichten lässt. 

Viele von uns können sich noch gut an die Krise der Finanzmärkte in den Jahren 2008 und 2009 erinnern. Das Pandemie-Jahr 2020 war anders. Niemand kann sich an einen singulären Auslöser erinnern, der so brutal auch in die persönlichen Lebensbereiche eingegriffen hätte. Ein Unternehmen wie die dpa verhält sich dabei ähnlich einem menschlichen Organismus. In der ersten Phase einer Krise geht es um die Erhaltung der lebenserhaltenden Funktio­nen. Sobald der Organismus stabilisiert ist, müssen wir uns auf unser Leben unter neuen Vorzeichen einrichten. 

Unser erstes Ziel 2020 war die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das zweite Ziel war die Gesundheit des Unternehmens. 

Glücklicherweise blieb die Zahl von Infektionen in der dpa-Belegschaft niedrig. Ausschlaggebend war die vor­ausschauende Auslegung der Corona-Regeln in der dpa-Gruppe. Viele der Abstands- und Hygienegebote, die rund um den Jahreswechsel im Zuge verschärfter Lockdown-Bedingungen in Kraft traten, hatte die dpa schon lange Zeit vorher im Unternehmen eingeführt. 

Im März 2020 wurden nach den ersten Infektions­gefährdungsfällen praktisch alle deutschen dpa-Stand­orte bis auf eine systemerhaltende Besetzung geräumt. Die Umstellung aufs mobile, vernetzte Arbeiten funk­tionierte vortrefflich. Die Meldungsstatistik der Corona-Monate zeigt eine deutliche Steigerung der Produktion und eine umfassende Abdeckung aller Aspekte des mit COVID-19 verbundenen Geschehens. Die Rolle der dpa war einmal mehr die eines starken Rückgrats der Berichterstattung. Dort, wo unsere Kunden in ihren Bereichen Kurzarbeit zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation einsetzten, konnte die dpa-Berichterstattung entstehende Lücken füllen. 

Wir danken all unseren Teams, dass sie unter oft persönlich schwierigen Bedingungen die Performance der gesamten dpa-Gruppe auf dem erforderlichen Niveau gehalten haben. Besonders Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern, die zu Hause betreut und unterrichtet werden mussten, waren hohen Belastungen ausgesetzt. Es ist der Anstrengung der gesamten dpa-Belegschaft zu verdanken, dass das Unternehmen bislang ohne pandemie-bedingte wirtschaftliche Einschnitte und ohne Kurzarbeit durch diese veritable Krise gekommen ist.

Wir haben viel Kraft und Motivation daraus gewonnen, dass faktentreuer, unabhängiger Journalismus in der Gesellschaft als wichtig angesehen wird. Dass wir in den letzten Jahren unser Faktencheck-Team stark ausgebaut haben, hat sich angesichts der Vielzahl an Ver­schwörungsmythen sehr bewährt. Es ist gut zu wissen, dass unsere Arbeit nicht nur einen wichtigen Beitrag­ für unsere Kunden, sondern für die Gesellschaft insgesamt leistet. 

Die Übernahme des Betriebs der TeleNewsNetwork zur Jahresmitte heilte für die dpa den Mangel einer flächen­deckenden Videoproduktion. Mit der Berufung von Silke Brüggemeier als stellvertretende Chefredakteurin mit Zuständigkeit für Foto und Video erfolgte eine wesentliche Personalentscheidung für die immer wichtiger werdenden visuellen Angebote. 

Trotz Anpassung der Produktion an die Pandemie-­Bedingungen setzte die Redaktion ihre Optimierungen zur Erhöhung des Kundennutzens fort. Projekte wie „Speedboat“ oder die sogenannten Profile-Prozesse richten unsere Angebote laufend am Wert für unsere Kunden aus. 

In der ersten Phase der Pandemie verstärkte die dpa die Kundenkommunikation und brachte neue Services auf den Weg. Dazu zählt die Verfügbarkeit des dpa-Basisdienstes auf den neuen, über die dpa-ID angebundenen Plattformen zur Unterstützung von Journalistinnen und Journalisten in der mobilen Arbeit. Große Nachfrage erlebten unsere digitalen Angebote, gebündelt in der dpa-infocom: Unsere Live-Ticker zu Corona wurden fast flächendeckend eingesetzt. Wir haben ein neues digitales Morgenangebot eingeführt.  

Die Auswertung des Kundenverhaltens machte die Neuaufstellung des Englischen Dienstes notwendig. Unser Angebot wich zunehmend von der Kundennachfrage ab. Der Dienst generierte hohe Verluste. Die inhaltliche Neuausrichtung setzt die Kundenwünsche um und nutzt weitreichende Synergien im Auslandsnetz der dpa. Leider mussten wir uns von einer Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trennen. Für fast alle konnten wir einvernehmliche Lösungen finden.

Wie eingangs erwähnt, präsentieren wir für 2020 ein stabiles Ergebnis mit einem leichten Umsatzwachstum in der Gruppe. Mitte des Jahres hatte es noch anders ausgesehen. Umsatzstarke Bereiche wie news aktuell und die picture alliance hatten vorübergehend mit negativen Tendenzen zu kämpfen. Wir haben umgehend Kostenmaßnahmen eingeleitet und ein Monitoring kurzfristiger Performance-Indikatoren aufgesetzt, um gezielt zu reagieren, aber auch um ein Überreagieren zu vermeiden. Zusammen mit einer leichten Entspannung angesichts der Hoffnung auf die Verfügbarkeit von Impfstoffen erzielte die Gruppe in den letzten beiden Monaten des Jahres sehr zufriedenstellende Ergebnisse.

Sollten die Einschränkungen durch die Pandemie bis zum Sommer dank einer spürbaren Normalisierung der Lage aufgehoben werden, blicken wir zuversichtlich auf die wirtschaftliche Entwicklung der dpa.

Vieles in der dpa ist in diesen Tagen im Umbau. Wir wollen die Energie nutzen, die aus den aktuell schwierigen Bedingungen erwächst. Wenn uns das gelingt, wird – so paradox es klingt – Corona am Ende einen Beitrag dazu geleistet haben, dass wir die dpa journalistisch noch besser, noch kundenorientierter und noch nutzwertiger aufgestellt haben.

Daran arbeiten wir. Wir freuen uns, mit Ihnen als unsere Eigentümer und Kunden die neuen Wege zu gehen.


Ihr

Peter Kropsch

Hamburg, im April 2021