Geschäftsbericht
2020
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Bericht des Aufsichtsrates

David Brandstätter, Vorsitzender des dpa-Aufsichtsrates


Sehr geehrte Damen und Herren,

das vergangene Jahr stellte eine bisher nie dagewesene Zäsur dar. Das gilt für die dpa genauso wie für alle Verlage, Rundfunkhäuser, TV-Stationen und Digital Publisher des Landes. Die Pandemie hat viele Häuser in ihren Grundfesten erschüttert. Auch die dpa blieb selbstverständlich nicht unberührt. Nahezu alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechselten im März 2020 innerhalb kürzester Zeit ins mobile Arbeiten. Ein absoluter Kraftakt. Trotzdem konnten sich die Medienschaffenden jederzeit auf die dpa verlassen. Die Agentur berichtete weiterhin schnell, umfassend und vor allem verlässlich Tag für Tag über das Jahrhundertereignis Corona in Deutschland und der Welt. 

Doch damit nicht genug: Die dpa konnte in einer Zeit, in der das Bedürfnis der Bevölkerung nach Informationen so hoch wie vielleicht niemals zuvor war, ihren Output sogar noch steigern. Redaktion, Technik und viele ande­re Bereiche haben in der Krise noch härter und besser gearbeitet, um den Verlagen in wesentlichen Teilen der Berichterstattung den Rücken freizuhalten und die Nachrichtenversorgung der Menschen zu sichern. Der Aufsichtsrat der dpa bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmensgruppe für diese beeindruckende Leistung.

Das Geschäftsjahr 2020 konnte mit einem Gewinn von 1,6 Millionen Euro abgeschlossen werden. Der Umsatz liegt mit 93,9 Millionen Euro leicht über Vorjahres­niveau (2019: 92,9 Millionen Euro). Konzernweit sehen wir ein Umsatzwachstum von 1,4 Millionen Euro auf 143,9 Mil­­lionen Euro (Vorjahr: 142,5 Millionen Euro). Die Unternehmensgruppe unterstreicht mit diesen Zahlen ihren hohen Stellenwert in der Medien- und Kommunikationsbranche und zeigt, dass der Bedarf an unabhängigen und verlässlichen Informationen in Krisenzeiten außerordentlich groß ist.

Die dpa-Gesellschafterversammlung fand am 18. August 2020 unter strengen Corona-Auflagen in Hamburg statt. Aufsichtsrat und Geschäftsführung haben sich trotz der besonderen Umstände und nach eingehender Abwägung der Argumente entschieden, an einer Präsenzveranstaltung festzuhalten. Das detaillierte Sicherheitskonzept sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Insgesamt 73,38 Prozent des Stammkapitals der dpa waren in Hamburg vertreten. 

Die Gesellschafter erteilten David Brandstätter (Main-Post, Würzburg), Dr. Stephan Kolschen (Brune-Mettcker Druck- und Verlags-GmbH / Wilhelmshavener Zeitung, Wilhelmshaven) und Daniel Schöningh (Münchener Zeitungs-Verlag, München) das Mandat für eine weitere dreijährige Amtszeit im dpa-Aufsichtsrat. Die bis dahin kooptierten Mitglieder Gerda Meuer (Deutsche Welle, Berlin, Schriftführerin des Aufsichtsrates) und Johannes Werle (Rheinische Post Mediengruppe, Düsseldorf) wurden ebenfalls in das Gremium gewählt. 

Hans-Dieter Hillmoth (Radio/Tele FFH, Bad Vilbel), dessen Mandat ausgelaufen war, ist weiter als kooptiertes Mitglied im Aufsichtsrat tätig. Dr. Torsten Rossmann (WeltN24, Berlin) hat sein Mandat niedergelegt. Als neue kooptierte Mitglieder konnten Christian Nienhaus (Axel Springer, Berlin) und Herbert Dachs (Stuttgarter Zeitung, Stuttgart) gewonnen werden. 

Zum Vorstand des dpa-Aufsichtsrates gehören neben dem Vorsitzenden David Brandstätter zudem Dr. Laurent Fischer (Nordbayerischer Kurier Zeitungsverlag, Bayreuth), Valdo Lehari jr. (Reutlinger General-Anzeiger Verlags-GmbH & Co. KG, Reutlingen) als stellvertretende Vorsitzende sowie Gerda Meuer (Deutsche Welle, Berlin) als Schriftführerin.

Geschäftsführung und Chefredaktion haben den dpa-Aufsichtsrat im Verlauf des Geschäftsjahres regelmäßig und umfassend informiert. Das Gremium hat die Arbeit von Geschäftsführung und Chefredaktion fortlaufend und eng begleitet. Die Lageberichte der dpa GmbH und der Gesellschaften der Unternehmensgruppe hat der Aufsichtsrat eingehend geprüft. Der Prüfungsbericht des von der Gesellschafterversammlung bestellten Wirtschaftsprüfers wurde ausführlich beraten. Beanstandungen ergaben sich daraus keine. Das Gremium erklärt sich mit den darin enthaltenen Ausführungen einverstanden. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag der Geschäftsführung für die Beschlussfassung über das Jahr 2020 an.

Die dpa wird auch im weiteren Verlauf der Pandemie und unter dem großen Einsatz ihrer Beschäftigten die Ver­sorgung der Redaktionen mit Diensten und Services von höchster Qualität sicherstellen. Darüber hinaus begrüßt der Aufsichtsrat die großen Schritte, mit denen die digitale Transformation der Agentur auch in Krisenzeiten energisch vorangetrieben wird. Diese immense Herausforderung erfährt durch Corona eine starke Beschleunigung und erfordert Antworten unabhängig von Fortgang oder Ende der Pandemie.

Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass die dpa-Geschäftsführung um Peter Kropsch, Matthias Mahn und Andreas Schmidt zusammen mit der Chefredaktion um Sven Gösmann, Silke Brüggemeier, Antje Homburger und Jutta Steinhoff Deutschlands Nachrichtenagentur Nummer eins erfolgreich weiter durch schwere Zeiten manövrieren und dabei die Zukunftsfähigkeit des Hauses sicherstellen wird. Gleichzeitig dankt das Gremium Niddal Salah-Eldin für ihre sehr erfolgreiche Arbeit in der Chefredaktion und wünscht ihr an neuer Wirkungsstätte viel Erfolg. Ein aufrichtiges Dankeschön des Aufsichtsrates geht an das gesamte Führungsteam, die Betriebsratsgremien sowie an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der großen dpa-Familie.


Für den Aufsichtsrat


David Brandstätter 

Hamburg, im April 2021