Geschäftsbericht
2019
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Weiteres Augenmerk richtete die dpa auf ihre IT-­Infrastruktur. Unter dem Titel „Aurora“ wurde ein Projekt angestoßen, in dessen Rahmen IT-Lösungen für gruppen­weite Themen erarbeitet werden. Dazu zählen unter anderem der Betrieb gemeinsamer Rechenzentren, Cloud-Lösungen und die Ausgestaltung von zukunftsgerichteten Arbeitsplätzen. 

Gemeinsam mit der britischen Press Association (PA) ist die dpa der „Gruppe 39“ beigetreten – einer Vereinigung der unabhängigen europäischen Nachrichtenagenturen. Die dpa unterstreicht damit ihre Verantwortung für den Fluss freier Informationen in Europa und der Welt. Die Organisation wurde 1939 gegründet und umfasst mittlerweile zehn Mitglieder.

Darüber hinaus hat sich die Deutsche Presse-Agentur in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten für verstärkten Dialog und Austausch in der Medienbranche engagiert. Hier sind der erste dpa-Verithon zu nennen, für den die bundesweit tätigen Verifikationsexperten und Faktenchecker in den Berliner Newsroom kamen, sowie das alljährliche Scoopcamp, bei dem unter anderem der ehemalige Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger aufgetreten ist. 

Beim Festakt zum siebzigjährigen Bestehen der Deutschen Presse-Agentur sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Fakten sind Fakten, wenn sie von dpa gemeldet werden.“ Die dpa hat erneut gezeigt, dass sie als vitale und unabhängige Nachrichtenagentur auch eine gesamtgesellschaftliche Funktion erfüllt. Die Bereitstellung gesicherter und überprüfter Informationen ist nach wie vor ein wichtiger Baustein für das Gelingen einer demokratischen, pluralistischen und offenen Gesellschaft. 


3. Lage

Ertragslage

Mit 92,9 Mio. Euro (Vorjahr 93,0 Mio. Euro) blieb der Umsatz der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH nahezu stabil, wobei der Rückgang mit 0,1 Mio. Euro trotz der erwähnten Auflagenrückgänge bei den Zeitungen erfreulich gering ausfiel.

Entgegen den absehbaren Erlösrückgängen beim dpa-Basisdienst und den Landesdiensten durch weiterhin rückläufige Auflagenzahlen ist es bei den fremdsprachigen Auslandsdiensten gelungen, das Umsatzniveau des Vorjahres zu halten. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass die Neuausrichtung des Spanischen Weltnachrichtendienstes trotz der schmerzhaften Einschnitte in die Kostenstrukturen nur zu geringen Umsatzeinbußen von 0,1 Mio. Euro geführt hat. Ausgeglichen werden konnten diese durch den Arabischen Dienst, der nach schwierigen Jahren erstmals wieder ein kleines Wachstum erzielen konnte.

Der Profildienst dpa-Select konnte 2019 mit einem Plus von 0,5 Mio. Euro den größten Erlöszuwachs der letzten Jahre verzeichnen und hat mit 8,4 Mio. Euro die ehrgeizigen Wachstumsziele vollumfänglich erreicht.  

Im Bildbereich war der Aktuelle Bildfunk ebenfalls von den Auflagenrückgängen betroffen, und der Umsatz ging geringfügig um 0,1 Mio. Euro auf 8,5 Mio. Euro zurück.

Im anhaltend schwierigen Segment der Zweitvermarktung von Bildern ist es hingegen gelungen, trotz des teils dramatischen Preisverfalls sowie des Kostendrucks auf Kundenseite den Umsatz zu stabilisieren und einen Erlösrückgang zu vermeiden. Das gemeinsam mit der Tochtergesellschaft dpa Picture-Alliance GmbH beschlossene Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Stärkung dieses Marktsegments zeigt erste Wirkungen und hat dort sogar zu einem Umsatz- und Ergebnisanstieg geführt.