Geschäftsbericht
2019
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2. Geschäftsverlauf 

Im siebzigsten Jahr ihres Bestehens bewegte sich die Deutsche Presse-Agentur erneut in einer stabilen wirtschaftlichen Lage. Dabei ist es gelungen, zukunftsweisende Weichen zu stellen, neue Produkte und Dienste auf den Markt zu bringen und die Qualität und den Nutzwert der Berichterstattung weiter zu verbessern.

In erster Linie ist hier ein neues Preismodell für die dpa-Basisdienste bei Tageszeitungsverlagen und Privatradios zu nennen, für das der dpa-Aufsichtsrat seine Zustimmung ausgesprochen hat. Im Zentrum des neuen Modells steht die barrierefreie Nutzung von dpa-Inhalten über alle­ Kanäle hinweg mit voller Rechtssicherheit – Print, Digital, Mobile, Smart Speaker und weitere Formate. Der Ba­sis­dienst setzt sich gemäß neuem Preismodell aus ins­gesamt sieben Elementen zusammen: Text, Bildfunk, drei Lan­desdienste, InfoLine, drei RegioLines, SportsLine und StarLine. 

Grundlage des neuen Berechnungsmodells, das ab 2020 zur Anwendung kommen wird, ist die stärkere Betonung des Digitalen und damit eine sogenannte integrierte Reichweite. Im Mittelpunkt steht dabei ein neu etablierter Schlüssel, der die Printreichweite dreimal so hoch bewertet wie die Digitalreichweite. Für die Kunden der dpa bedeutet dies in erster Linie Vereinfachung und Klarheit. Die Einführung des Modells wird voraussichtlich insgesamt fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Daneben ist auch die Etablierung des Marktplatz­gedankens weiter vorangeschritten. So konnte die dpa- ID-App für die Nutzerinnen und Nutzer der verschiedenen dpa-Anwendungen bereitgestellt und mit Polit-X der erste externe Service für die Plattform gewonnen werden. Die App sorgt dafür, dass die dpa-Kunden über relevante Informationen innerhalb der verschiedenen Anwendungen informiert werden, zum Beispiel über wichtige Termine oder Nachrichten gemäß dem eigenen Profil. Mehrere tausend Journalisten und Kommunikatoren verfügen mittlerweile über eine eigene dpa ID und füllen den Marktplatzgedanken mit Leben.  

Darüber hinaus unterstreichen mehrere strategische Vertriebsvereinbarungen den wirtschaftlichen Erfolg der dpa. So vermarktet dpa zum Beispiel Videos der TeleNewsNetwork (TNN) für die Web- und Digital­nutzung. Im spanischen und lateinamerikanischen Markt wurde die Zusammenarbeit mit Europa Press intensiviert. Nicht zuletzt ist hier auch das ausgeweitete Geschäft mit den internationalen Plattformen zu nennen, darunter Fact-Checking-Aktivitäten und umfassende Recherche­arbeiten (Office Holder) in Zusammenhang mit den Europawahlen.

Auf redaktioneller Ebene konnte nach erfolgreichen Testläufen der Slack-basierte Infokanal seinen Betrieb aufnehmen. Schnell und transparent informiert dieses Produkt als vorgeschaltetes Alarmsystem über potenzielle Toplagen. Damit erfüllt dpa einen konkreten Kunden­wunsch nach ersten Hinweisen und detaillierten Zwischenständen, um auf sich abzeichnende Toplagen besser reagieren zu können.

Mit der Reporter-App arbeitet dpa an einer wegweisenden Innovation, von der alle Bezieher von dpa-Diensten profitieren. So ist es jetzt den dpa-Reporterinnen und -Reportern auf dem gesamten Erdball möglich, Meldungen direkt via Smartphone einzugeben, um damit noch schneller und effektiver bei den Kunden zu sein.

Ebenso steht die kontinuierliche Verbesserung der dpa-Dienste im Fokus. Mit Hilfe des Profile-Prozesses hat die dpa in den vergangenen Jahren ihre Dienste erfolgreich geschärft und im fortgesetzten Dialog mit den Kunden den Nutzwert erhöht. Dies schlägt sich in verbesserten Abdruckzahlen nieder. Einen ähnlichen Prozess hat die dpa mittlerweile auch für den Fotobereich angestoßen, um auch hier den Nutzwert weiter zu steigern.