Geschäftsbericht
2019
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dpa in der Corona-Krise:
„Jeder Tag stellt Dutzende neue Fragen“

Von Sven Gösmann und Peter Kropsch


Silvester 2019 fällt auf einen Dienstag. Das Wetter in Berlin und Hamburg ist eher grau, die Höchsttemperatur liegt bei 7,5 Grad Celsius. Deutschland hat die üblichen Sorgen: Wann gibt es mal wieder Schnee, und wie wird das in den Wintersport-Ferienorten in Österreich, Italien und der Schweiz sein? Wird zu viel geböllert? Hält „AKK“ an der CDU-Spitze durch? 

Wir beide, Chefredakteur und CEO, schicken einander per WhatsApp noch die besten Wünsche für das neue Jahr. Das, da sind wir sicher, wird ein gutes für unsere dpa werden. Warum auch nicht? Wir haben vielversprechende Pläne, viele Strukturen haben wir effizienter gestaltet, und die Stimmung in der Belegschaft ist gut. 

Um 10.31 Uhr an diesem 31. Dezember drückt Wissenschaftsredakteur Valentin Frimmer im Berliner dpa-Newsroom auf den Sendeknopf. China-Korrespondent Andreas Landwehr hat als eine seiner letzten Amtshandlungen im alten Jahr eine Meldung geschickt. Sie ist 267 Wörter lang. Die Priorität liegt bei 4, interessant, aber nicht sensationell. Als Überschrift der Meldung mit der Tagesnummer 430 wählen Frimmer und Landwehr: „Mysteriöse Lungenkrankheit in Zentralchina ausgebrochen“. Auch den Notizblock mit den wichtigsten Hintergrundinformationen für unsere Kunden füllen Frimmer und Landwehr gewissenhaft aus. Unter anderem nennen sie ihre Quellen: die Gesundheitskommission in Wuhan, die „Volkszeitung“ und die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Digital gibt es etwa 300 Treffer für diese Meldung, die in der nachrichtenarmen Zeit um den Jahreswechsel viel genutzt wird. Einige Medien greifen sie später noch auf: Die Peking-Korrespondentin der „Süddeutschen Zeitung“ etwa berichtet am 4. Januar mit einer eigenen knappen Meldung über die Vorgänge in Wuhan.

So fing es für uns an.

So fing alles an: Am Vormittag des 31. 12. 2019 geht die erste Corona-Meldung der dpa in den Dienst.