Geschäftsbericht
2019
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Bericht des Aufsichtsrates

David Brandstätter, Vorsitzender des Aufsichtsrates


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Deutsche Presse-Agentur hat auch im Jahr ihres 70-jährigen Bestehens gezeigt, dass sie eine zukunftsgewandte Organisation ist, dass Wandel und Innovation zu ihrem Selbstverständnis gehören. So hat die dpa-Geschäftsführung um Peter Kropsch gemeinsam mit der Chefredaktion über viele Monate hinweg und mit großer Energie einen Vorschlag für ein neues Preismodell erarbeitet. Ich begrüße es ausdrücklich, dass wir im Aufsichtsrat nach eingehenden und sehr intensiven Diskussionen den Weg dafür freigeben konnten. Das Gremium ist fest davon überzeugt, dass die neue Berechnungsgrundlage der Zukunftssicherheit der Agentur dient und gleichzeitig einen hohen Anspruch an die Gleichbehandlung aller Kunden erfüllt. Das Modell ist zeitgemäß, transparent und einfach in der Anwendung.

Aber auch über diese richtungsweisende Initiative hinaus hat sich die dpa in großen Schritten weiterentwickelt. Dazu gehört es, in einem enger werdenden Markt neue Kundengruppen und Erlösquellen zu erschließen. Die Zeiten, in denen die dpa hauptsächlich als nachrichtliche Grundversorgerin wahrgenommen wurde, sind längst vorbei. So hat die dpa mit ihren Faktencheck-Aktivitäten ein neues Geschäftsfeld besetzt, das einen spürbaren Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg leistet und zusätzlich einen wichtigen publizistischen und gesellschaftlichen Auftrag erfüllt. Es ist nach meiner Auffassung kein Widerspruch, sondern vielmehr ein Ausdruck der digitalen Märkte, dass wir auf der einen Seite unsere Interessen gegenüber den großen Plattformen energisch wahren, aber andererseits auch projektbezogen miteinander arbeiten.

Die Deutsche Presse-Agentur hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Gewinn von 1,3 Millionen Euro abgeschlossen. Der Umsatz liegt mit 92,9 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau (2018: 93 Millionen Euro). Konzernweit sehen wir ein Umsatzwachstum von 2,7 Millionen Euro auf 142,5 Millionen Euro (Vorjahr: 139,8 Millionen Euro). Vor dem Hintergrund kontinuierlich ab-nehmender Printauflagen und rasanter Veränderungen im Medien- und Digitalmarkt ist es ein bemerkenswerter Erfolg, dass die dpa als eine unabhängige und vollständig privatwirtschaftlich organisierte Nachrichtenagentur Jahr für Jahr positive Ergebnisse vorlegt. 

Die 70. dpa-Gesellschafterversammlung fand am 1. Juli 2019 im Nachgang zu den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen der Agentur in Berlin statt. Der Aufsichtsrat weiß die Geste von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu schätzen, dass er dem Festakt beiwohnte und in seiner Rede die gesamtgesellschaftliche Bedeutung einer dpa unterstrich und ihren Beitrag zum Gelingen der Demokratie in Deutschland würdigte. 

Insgesamt 73,21 Prozent des Stammkapitals der dpa waren in Berlin vertreten. David Brandstätter bleibt Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Presse-Agentur. Das Gremium bestätigte den Geschäftsführer der Main-Post in Würzburg ein weiteres Mal in seiner Funktion. David Brandstätter gehört bereits seit 2003 dem dpa-Aufsichtsrat an. Seit 2014 ist er dessen Vorsitzender.

Die Amtszeiten der Aufsichtsräte Valdo Lehari jr. (Reutlinger General-Anzeiger Verlag), Dr. Peter Frey (ZDF) und Joachim Knuth (NDR) wurden von der Gesellschafterversammlung verlängert. Außerdem wurde das bisher kooptierte Mitglied Holger Martens (RHEINPFALZ Verlag und Druckerei) neu in den Aufsichtsrat gewählt. Neue Schriftführerin des Aufsichtsrats ist Gerda Meuer (Deutsche Welle).

Geschäftsführung und Chefredaktion haben den dpa-Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend in Kenntnis gehalten. Das Gremium hat den Geschäftsverlauf der Agentur eng begleitet. Die Lageberichte der dpa GmbH und der Gesellschaften der Unternehmensgruppe wurden vom Aufsichtsrat eingehend geprüft. Der Prüfungsbericht des von der Gesellschafterversammlung bestellten Wirtschaftsprüfers wurde ausführlich beraten. Beanstandungen ergaben sich daraus keine. Das Gremium erklärt sich mit den darin enthaltenen Ausführungen einverstanden. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag der Geschäftsführung für die Beschlussfassung über das Jahr 2019 an.

Die dpa steht für Nachrichtenjournalismus mit höchsten Qualitätsstandards und für ein Unternehmen, das Veränderungen anschiebt und aktiv vorantreibt. Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass die dpa-Geschäftsführung um Peter Kropsch, Matthias Mahn und Andreas Schmidt sowie die Chefredaktion um Sven Gösmann, Antje Homburger, Niddal Salah-Eldin und Jutta Steinhoff die Erfolgsgeschichte von Deutschlands Nachrichtenagentur Nummer eins im Sinne ihrer Kunden weiter fortschreiben werden.


Für den Aufsichtsrat

David Brandstätter 

Hamburg, im Mai 2020